Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Kritik an Lockerungen für Grundschüler

11.06.2020 - Vom 22. Juni an soll es wieder regulären Unterricht an Hessens Grundschulen geben. Die Entscheidung sorgt für Diskussionen, die Gewerkschaft GEW lehnt die Rückkehr zum Regelbetrieb ab.

  • Eine Person wäscht sich die Hände mit fließendem Wasser und Seife. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Person wäscht sich die Hände mit fließendem Wasser und Seife. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die weiteren Lockerungen von einigen Corona-Beschränkungen haben für Diskussionen in Hessen gesorgt. Insbesondere die Entscheidung der Landesregierung, dass die Grundschulen vom 22. Juni an wieder regulären Unterricht erteilen sollen, stieß auf Kritik. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnte die Rückkehr zum Regelbetrieb ab. Unzumutbar sei das Vorhaben gerade auch für die Schulleitungen. Sie müssten für die vierten Klassen nun zum vierten Mal innerhalb von gut sechs Wochen komplett neue Pläne für den Personaleinsatz und die Gruppeneinteilung sowie Raum- und Pausenpläne entwerfen.

Das Land hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass Hessen an den Grundschulen den Neustart wagt. Am 22. Juni beginnt für alle Kinder der gemeinsame Präsenzunterricht, das Abstandsgebot gilt dann nicht mehr. Bisher werden Grundschüler noch nicht wieder im gesamten Klassenverband unterrichtet, sondern tageweise in verschiedenen Gruppen. Allerdings müssen Eltern ihre Kinder in den zwei Wochen bis zu den Sommerferien (6.7.) nicht zur Schule schicken, sondern können mit ihnen den Unterrichtsstoff auch zu zuhause lernen.

Die hessische GEW-Landesvorsitzende Birgit Koch lehnte Änderungen für die letzten zwei Wochen vor den Sommerferien ab. «Wir sehen keine Möglichkeit, wie der Gesundheitsschutz gewährleistet werden soll, wenn mehr als 25 Kinder ohne Abstand in schlecht gelüfteten Räumen unterrichtet werden sollen», hieß es.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) reagierte mit scharfer Kritik. Die Öffnung der Schulen sei für Eltern und Schüler ein wichtiger Schritt. «Dieser Schritt darf aber auf keinen Fall unter Verzicht auf Arbeitsschutz und Hygienestandards erfolgen», erklärte der stellvertretende Vorsitzende des DGB Bezirks Hessen-Thüringen, Sandro Witt. Er nannte das Vorgehen kopf -und verantwortungslos.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte am Mittwoch erklärt, die Abstandsregeln durch ein Konzept ersetzen zu wollen, wonach konstante (Lern-)Gruppen gebildet und durch deren Trennung Durchmischungen vermieden werden sollen. An den weiterführenden Schulen ändere sich bis zu den Sommerferien erst einmal nichts, sagte Lorz weiter. «Die allgemeine Corona-Infektionslage, neue medizinische Erkenntnisse und positive Rückmeldungen aus den Schulen haben uns dazu bewogen, weitere Lockerungsschritte für junge Familien in ganz Hessen in Angriff zu nehmen.»

Zu den weiteren Lockerungen gehört, dass Kindertagesstätten in Hessen vom 6. Juli an wieder vollständig öffnen und den Regelbetrieb aufnehmen sollen. Eltern können also ab diesem Zeitpunkt wieder ganz normal ihre Kinder betreuen lassen, sofern das Personal ausreicht und es das Infektionsgeschehen erlaubt.

Die Stadt Hanau sprach am Donnerstag von «enormen» Herausforderungen angesichts der Rückkehr zum Regelbetrieb für Kitas. Nach der Entscheidung über die vollständige Öffnung «müssen wir unsere bisherigen Konzepte und Pläne überdenken», sagte Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD) laut einer Mitteilung.

Vertreter kommunaler Spitzenverbände hatten am Vortag die Lockerungen begrüßt. Der Präsident des Hessischen Landkreistags, der Fuldaer Landrat Bernd Woide (CDU), befand in Wiesbaden, die Maßnahmen seien «richtig und angemessen». Doch die Situation sei nach wie vor fragil. In den Grundschulen vor den Ferien wieder den Regelbetrieb aufzunehmen, sei richtig. Schulen hätten neben dem Bildungsauftrag schließlich auch eine soziale Funktion.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren