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Laufhäuser wollen trotz Corona-Krise wieder öffnen

16.07.2020 - Vor vier Monaten schloss die Landesregierung die «Prostitutionsstätten» in Hessen - wegen hoher Ansteckungsgefahr in der Pandemie. Mehrere Rotlicht-Betriebe in Frankfurt wollen dies nicht mehr länger hinnehmen.

  • Eine Frau betritt ein Bordell im Bahnhofsviertel von Frankfurt am Main. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Frau betritt ein Bordell im Bahnhofsviertel von Frankfurt am Main. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einem «Tag der offenen Tür» setzen sich mehrere Laufhäuser im Frankfurter Bahnhofsviertel für ihre Wiedereröffnung in der Corona-Krise ein. So will das «Sex Inn» in der Taunusstraße an diesem Donnerstag (ab 10.00 Uhr) ein Hygienekonzept vorstellen, wie es auf seiner Homepage mitteilte. Prostitutionsstätten müssen auch in Hessen seit Mitte März als «besonders infektionsträchtige Einrichtungen» geschlossen bleiben. Das Eroscenter Taunusstraße 26 wendet sich ab dem frühen Nachmittag (14.00 Uhr) an die Öffentlichkeit. Bundesweit nehmen mehrere Lauf- und Freudenhäuser an dem Aktionstag teil.

Anfang Juni hatte der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel den Antrag einer Bordellbetreiberin aus Offenbach abgelehnt, die sich gegen die Pandemie-Beschränkungen des Landes Hessen gewehrt und ein Hygienekonzept vorgelegt hatte. Die Schließungen seien angesichts des «nach wie vor fragilen epidemiologischen Geschehens» sowie des für Bordelle typischerweise schnell wechselnden Aufenthalts von Personen gerechtfertigt und verhältnismäßig, befanden die Richter.

Beratungsstellen für Prostituierte hatten wiederholt gewarnt, die Situation vieler Frauen sei prekär und es bestehe die Gefahr, dass das Geschehen auf den Straßenstrich und in andere Formen der illegalen Prostitution abwandere.

Das zuständige Wirtschaftsministerium in Wiesbaden teilt weiter die Einschätzung, dass von Prostitutionsstätten «beträchtliche infektiologische Risiken» ausgingen. Ein Sprecher verwies auf Anfrage auf weitere Entscheidungen des VGH in entsprechenden Eilverfahren.

«Die Interessen der Betreiber und der Prostituierten, ihrer wirtschaftlichen Betätigung nachzugehen, sind zwar legitim, müssen jedoch hinter dem Gesundheitsschutz zurückstehen. Lockerungen in diesem Bereich sind deshalb schwierig und verlangen eine sorgfältige Prüfung entsprechender Konzepte», erklärte der Sprecher. Im Vordergrund müsse auch hier die zielgerichtete Kontaktpersonennachverfolgung im Fall möglicher Infektionen stehen.

Auf der Reeperbahn in Hamburg hatten am Wochenende nach Polizeiangaben rund 400 Prostituierte und Bordellbetreiberinnen und -betreiber aus ganz Deutschland demonstriert. Auch vor den Bundesrat in Berlin waren Betroffene bereits gezogen.

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