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Lebenslange Haft für tödliche Stiche auf Adoptivvater

14.07.2020 - Für den Mord an seinem Adoptivvater mit zahlreichen Messerstichen ist ein 36-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Hanau ging am Dienstag von einer heimtückischen Tat aus niedrigen Beweggründen aus und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Damit besteht nach 15 Jahren Freiheitsstrafe zunächst keine Möglichkeit auf eine Bewährung. Der Angeklagte hatte sein 71-jähriges Opferin Hanau zunächst geschlagen und anschließend erstochen. Er habe aus Wut und Hass gehandelt, befand das Gericht.

  • Ein Richterhammer aus Holz auf einer Richterbank. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Richterhammer aus Holz auf einer Richterbank. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der 36-Jährige, der zuletzt obdachlos war, sei von seinem Adoptivvater immer wieder aufgenommen und finanziell unterstützt worden. Doch dessen Ermahnungen, das Leben in den Griff zu bekommen, hätten den Angeklagten aufgebracht: «Sie haben Hass entwickelt und Ihre Wut auf sich und Ihr eigenes Versagen am Adoptivvater abreagiert», sagte Richterin Susanne Wetzel.

Am 13. Januar habe er den 71-Jährigen in dessen Wohnung überrumpelt und sofort angegriffen. Nach mehreren Faustschlägen ging der Adoptivvater zu Boden, rappelte sich aber wieder auf. Der Angeklagte holte nach Angaben des Gerichts zwei Messer aus der Küche und stach mindestens 14 mal auf sein Opfer ein. Der Angeklagte gestand vor Gericht, ohne Reue zu zeigen. Ein Gutachter stellte eine Persönlichkeitsstörung fest, stufte den Mann aber als voll schuldfähig ein.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung wegen Mordes und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt. Die Verteidigung, die auf Totschlag plädiert hatte, will prüfen, ob sie Revision einlegt.

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