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Lockerungen in Krise und Studie: Wenig unerkannte Kranke

26.05.2020 - Die Fünf-Quadratmeter Regel in der Gastronomie fällt weg. Abstand halten gilt an den Theken und Essenstischen dennoch. Einige Lokale denken sich hierfür Besonderheiten aus. Der Teddy als Tischnachbar statt Flatterband oder Scheibe.

  • «Hessischer Landtag» steht im Plenarsaal des hessischen Landtags auf dem Rednerpult. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    «Hessischer Landtag» steht im Plenarsaal des hessischen Landtags auf dem Rednerpult. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Corona-Krise können die Menschen in Hessen in den kommenden Tagen mit weiteren Lockerungen rechnen. Eine am Dienstag vorgestellte nicht repräsentative Studie zeigt, dass es offensichtlich bei unerkannten Covid-19-Infektionen eine geringe Dunkelziffer gibt. Die Zahl der Infektionen steigt aber noch immer.

WEITERE LOCKERUNGEN

In Kneipen, Restaurants oder im Café fällt ab Donnerstag die Regel, dass pro fünf Quadratmeter Fläche nur ein Gast erlaubt ist. Dies teilte die Staatskanzlei mit. Gastronomiebetriebe müssen aber für einen Mindestabstand von 1,5 Metern sorgen. So könnten weiterhin nicht alle Sitzplätze in einer Gaststätte belegt werden. In einer neuen Corona-Verordnung hielt das Land außerdem weitere Lockerungen fest. So dürfen etwa Vereine ab dem 1. Juni Schwimmbäder wieder für Training und Schwimmkurse nutzen. Auch wurde geregelt, dass Kitas zum 2. Juni wieder in einen eingeschränkten Normalbetrieb übergehen können. Alle Verordnungen des Landes zur Corona-Krise wurden ansonsten bis zum 5. Juli verlängert. Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen oder die Kontaktbeschränkungen gelten weiter.

GERINGE CORONA-DUNKELZIFFER

Unerkannte Infektionen mit dem Coronavirus sind im Rhein-Main-Gebiet offenbar vergleichsweise gering. Das legt eine neue, unrepräsentative hessische Studie nahe, die am Dienstag in Wiesbaden vorgestellt wurde. Demnach wurden von 1000 Studienteilnehmern sechs positiv getestet, vier davon wussten nichts von ihrer Infektion. «Unsere Ergebnisse sprechen für eine geringere Infektionsrate in der Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet», erklärte Sandra Ciesek, Direktorin der Medizinischen Virologie des Universitätsklinikums in Frankfurt. Die Studie wurde zusammen mit dem Institut für Virologie der Philipps-Universität Marburg erstellt. Untersucht worden waren Mitte April 1000 freiwillige Mitarbeiter von Infraserv, dem Standortbetreiber des Industriepark Höchst in Frankfurt. Die Virologen nahmen Nasen-Rachen-Abstrich und eine Blutprobe, um auch überstandene Infektionen zu erkennen.

MEHR FREIHEIT FÜR NACHTSCHWÄRMER

Nach mehr als zwei Monaten Unterbrechung nimmt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) den Nachtverkehr von U- und Straßenbahnen wieder auf. Von der Nacht von diesem Freitag (29. Mai) auf Samstag an sollen die Bahnen wieder Nachtschwärmer zu ihren Zielen bringen. Auch die Busse in Frankfurt nehmen ihren üblichen Nachtverkehr dann wieder auf, wie ein Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft traffiq sagte.

GUTSCHEINE

Die heimische Wirtschaft und das soziale Leben in der Corona-Krise will die Stadt Marburg mit einem millionenschweren Sofortprogramm stützen. Falls die Stadtverordneten an diesem Freitag (29. Mai) grünes Licht geben, werden dafür insgesamt 3,7 Millionen Euro bereitgestellt. Kern des insgesamt 14 Punkte umfassenden Programms ist ein Stadt-Geld-Gutschein, den die Bürger bei Geschäften, Dienstleistern und Gastronomen sowie in Kultureinrichtungen einlösen können. Alleine darauf entfallen 1,9 Millionen Euro. Der Magistrat hatte das Programm am Montagabend bereits angenommen.

USA-HANDEL STABIL

Die Handelsbeziehungen zwischen Hessen und den USA sind im März nicht von der Corona-Krise beeinträchtigt worden. Die Exporte in die USA stiegen nach Angaben des Statistischen Landesamtes um 12,8 Prozent im Jahresvergleich auf 628 Millionen Euro. Die Einfuhren legten um 14,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. Die USA waren im vergangenen Jahr der wichtigste Handelspartner für Hessen. Für die verschiedenen Erzeugnisse zeigte sich nach Angaben der Wiesbadener Behörde aber ein heterogenes Bild. Die hessischen Exporte in die USA von Fahrzeugen, Fahrzeugteilen und -zubehör seien im Vergleich zu März 2019 um 15,1 Prozent gestiegen. Mit einem Zuwachs von 7,1 Prozent habe sich auch die Ausfuhr von chemischen und pharmazeutischen Gütern positiv entwickelt. Der Warenwert exportierter Maschinen sei dagegen um 29,4 Prozent und bei den Eisen- sowie Metallwaren um 10,0 Prozent gesunken.

INFEKTIONEN STEIGEN

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infizierten ist in Hessen um 34 gestiegen. Wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte, gab es am Dienstag Stand 14.00 Uhr 9804 Fälle. Die Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, stieg um 2 auf 462. In der Statistik des Ministeriums werden nur Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine Datenbank eingegeben wurden. Die Angaben können nachträglich nach unten oder nach oben korrigiert werden, etwa wenn Fälle nachgemeldet werden.

WEITERE KONTROLLEN NACH GOTTESDIENST

Nach dem Covid-19-Ausbruch im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt verfolgen Gesundheitsbehörden weiter mögliche Infektionsketten. Aktuell würden noch 150 Personen überprüft, die mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatten, erklärte René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt. Es gebe aktuell 112 bestätigte Fälle. Bei dem Gottesdienst selbst waren vor zwei Wochen laut Gottschalk 180 Personen anwesend. Viele Infektionen seien aber erst nach dem Gottesdienst geschehen. Die ersten Kontaktpersonen und Infizierten würden mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen. Laut Sozialminister Kai Klose (Grüne) werden momentan der Ablauf des Gottesdienstes und die Infektionsketten rekonstruiert.

TEDDY AM TISCH

Ein Teddy als Tischnachbar: Um den angeordneten Mindestabstand zwischen seinen Gästen zu gewährleisten, hat ein Restaurant die Spielzeugbären an seine Tische gesetzt. Dies sei viel freundlicher als Absperrbänder oder Plexiglasscheiben zu verwenden, begründet Geschäftsführer Musa Gezer die ungewöhnliche Idee. Insgesamt sitzen 16 Plüschtiere im Gastraum des «Beef'n Beer» in Hofheim (Main-Taunus-Kreis) und sorgen bei den Besuchern für ein Lächeln. «Das kommt bei den Gästen sehr, sehr gut an. Es zaubert ein Smile», sagte Gezer. Fotos von der bärigen Aktion haben innerhalb kurzer Zeit Karriere in sozialen Netzwerken und Online-Portalen gemacht.

KEIN STOPP BEI TERMINALBAU

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hält trotz der aktuell geringen Nachfrage in der Corona-Krise am Bau seines dritten Passagier-Terminals fest. Bei der Hauptversammlung des MDax-Konzerns zeigte sich Vorstandschef Stefan Schulte überzeugt, dass weiter ein langfristiges Wachstum im Luftverkehr zu erwarten sei. Ein neues Terminal baue man für die kommenden Jahrzehnte. Schulte bezeichnete es als aus technischer und wirtschaftlicher Sicht grob fahrlässig, ein derartiges Großprojekt vorübergehend «auf Eis» zu legen und später wieder hochzufahren. Dies würde enorme zusätzliche Kosten verursachen und massive technische und bauliche Risiken nach sich ziehen.

KRITIK AN LUFTHANSA-HILFSPAKET

Nach der Zusage von Staatshilfen für die Lufthansa sieht der Billigflieger Ryanair eine Wettbewerbsverzerrung auf dem Luftverkehrsmarkt. Die Hilfen der Bundesregierung in Höhe von neun Milliarden Euro würden den monopolähnlichen Zugriff der Lufthansa auf den deutschen Luftverkehrsmarkt weiter stärken, kritisierte die irische Fluggesellschaft. Der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Rolf Mützenich, forderte die Unternehmensführung auf, besser mit ihren Mitarbeitern umzugehen. «Ich erwarte von der Unternehmensführung, dass sich ihr Stil gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ändert.» CSU-Chef Markus Söder kritisiert indes mögliche EU-Auflagen für Lufthansa als «Gängelung». Der Bund will die Deutsche Lufthansa AG in der Corona-Krise mit einem komplexen, milliardenschweren Stabilisierungspaket stützen. Das Gebilde steht noch unter dem Vorbehalt, dass die EU sowie Aufsichtsrat und Hauptversammlung der Lufthansa zustimmen.

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