Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Lufthansa kritisiert Condor-Übernahme durch LOT-Mutter

09.03.2020 - Der Lufthansa-Konzern hat die Übernahme des Ferienfliegers Condor durch die polnische PGL-Holding scharf kritisiert. Der polnische Staat finanziere die Transaktion, wird im aktuellen Lufthansa-Politikbrief der Chef der PGL-Tochter LOT, Rafał Milczarski, zitiert. «So ein staatlicher Eingriff in den Airline-Wettbewerb ist ordnungspolitisch mehr als fraglich», lautet die dann folgende Kritik der Lufthansa.

  • Modellflugzeuge von LOT und Condor. Foto: Boris Roessler/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Modellflugzeuge von LOT und Condor. Foto: Boris Roessler/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die LOT sei in der Vergangenheit mehrfach vom polnischen Staat gerettet worden, weil diese kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr hatte, heißt es in der an Politik und Öffentlichkeit gerichteten Veröffentlichung vom Montag. Grundsätzlich verzerre solch dauerhafte Überlebenshilfe nicht nur den Wettbewerb, sondern schade auch dem Klima, weil die dringend notwendige Konsolidierung der Branche in Europa behindert werde.

Condor wies die Kritik zurück. So seien die beteiligten Banken weder mehrheitlich im Besitz des polnischen Staats noch würden sie von diesem kontrolliert. Die PGL sei als privater Investor anzusehen und habe auch eine entsprechende Überprüfung bestanden, erklärte eine Condor-Sprecherin. Zudem hätten inzwischen sämtliche zuständigen Kartellbehörden der Übernahme zugestimmt.

Die LOT-Mutter Polska Grupa Lotnicza (PGL) hatte in einem Bieterverfahren den Zuschlag für die einstige Tochter des insolventen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook erhalten. Außer ihr waren noch zwei Finanzinvestoren im engeren Rennen. Die Polen müssen mit dem Kaufpreis, der nicht bekannt ist, auch den vom deutschen Staat verbürgten KfW-Überbrückungskredit über 380 Millionen Euro nebst Zinsen zurückzahlen. Erst nach Zustimmung der Gläubiger zu der Übernahme kann die Condor das derzeit noch laufende Schutzschirmverfahren verlassen.

«Einerseits soll der Luftverkehr aus Klimaschutzgründen verteuert und reduziert werden. Andererseits wird mit Staatsgeld der Preiskampf am Himmel befeuert und Fliegen zu niedrigen Preisen indirekt gefördert», klagte die Lufthansa. Der deutsche Marktführer hat bereits angekündigt, die enge Zusammenarbeit mit Condor bei Zubringerflügen auslaufen zu lassen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren