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Mehr Schüler an Privatschulen: GEW fürchtet Spaltung

07.08.2019 - Seit Jahren steigen die Schülerzahlen an Privatschulen in Hessen leicht, aber kontinuierlich an. Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert eine stärkere Kontrolle von Einrichtungen in freier Trägerschaft.

  • Mäppchen liegen vor einer Schülerin der 5. Klasse. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mäppchen liegen vor einer Schülerin der 5. Klasse. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Zahl der Schüler an hessischen Privatschulen ist im vergangenen Schuljahr leicht gestiegen. Wie das Kultusministerium auf dpa-Anfrage in Wiesbaden mitteilte, besuchten 54 665 Schüler im Schuljahr 2018/2019 eine allgemeinbildende Schule in privater Trägerschaft. Im Vergleich zum Schuljahr 2016/17 entspricht das einem Zuwachs um 666 Kinder und Jugendliche oder 1,2 Prozent. Auch in den Jahren zuvor sei jeweils ein leichter, aber kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen gewesen. So lag in den vergangenen drei Jahren dieser Zuwachs bei durchschnittlich einem Prozent.

Insgesamt besuchten im vergangenen Schuljahr nach Angaben des Ministeriums 7,1 Prozent aller hessischen Schüler allgemeinbildender Schulen eine Ersatzschule in freier Trägerschaft. Die höchsten Schüleranteile lagen bei Förderschulen und Gymnasien. 16 Prozent der Schüler an Förderschulen besuchten eine private Einrichtung, bei den Gymnasialschülern lag der Anteil bei etwa 12 Prozent.

Zu den privaten Ersatzschulen gehören unter anderem Waldorfschulen und Einrichtungen in evangelischer oder katholischer Trägerschaft. Sie sind staatlich genehmigt und nehmen in der Regel auch staatliche Prüfungen ab. Ergänzungsschulen dagegen machen ein Unterrichtsangebot, das es im öffentlichen Schulwesen nicht gibt. Erkennt das Kultusministerium die Ergänzungsschule an, kann sie unter staatlicher Präsenz Prüfungen abnehmen.

«Die meisten Eltern entscheiden danach, welche Bedürfnisse das Kind hat und in welchem Bereich es besonders gefördert werden muss», erklärte Falk Raschke, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Privatschulen Hessen (VDP). Der VDP vertritt nach eigenen Angaben ein Drittel der 193 Privatschulen in Hessen. Viele Eltern hätten den Wunsch, ihr Kind besonders gut aufgehoben zu wissen.

Eine Entwicklung, die der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sorge bereitet. Sie hat festgestellt, dass vor allem in Südhessen, insbesondere im Frankfurter Raum, die Zahl der Privatschulen wächst und befürchtet eine sozial nicht ausgewogene Schülerschaft. «Unterschiedliche Lebensbereiche könnten sich in Zukunft gar nicht mehr berühren», sagte Roman George, der Referent für Bildungspolitik bei der GEW Hessen.

«Das Wachstum ist in den vergangenen Jahren eben gerade nicht bei den Schulen festzustellen, die sich durch eine besondere pädagogische Prägung auszeichnen, sondern bei Schulen, die beispielsweise kleine Klassen und eine umfangreiche Betreuung anbieten», erklärte George. Und die besonders hohes Schulgeld verlangen. Die GEW fordert daher eine Stärkung des öffentlichen Schulsystems und eine bessere Kontrolle privater Einrichtungen.

Die Wahl der Schule hänge mit dem Interesse der Eltern am reformpädagogischen Gedanken zusammen, sagte dagegen Steffen Borzner, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Schulen in Hessen. So verzeichneten die Waldorfregelschulen den größten Zuwachs. «Es geht nicht darum, dass die öffentlichen Schulen schlechter sind», erklärte Borzner. «Die Waldorfschulen sind anders und das spricht die Menschen an.»

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