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Ministerin Dorn: Kunst und Kultur sind kein Luxus

11.05.2020 - Theater, Opern- und Konzerthäuser dürfen mit Hygiene- und Abstandsregeln in Hessen zwar wieder öffnen. Auch die Kultur- und Kunstbranche ist jedoch von der Corona-Pandemie arg gebeutelt.

  • Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Künstler, Festivals und Kultureinrichtungen werden in der Corona-Krise mit einem Millionenpaket von der hessischen Landesregierung unterstützt. «Kunst und Kultur sind kein Luxus oder Sahnehäubchen in guten Zeiten», sagte Ministerin Angela Dorn (Grüne) am Montag in Wiesbaden. «Kunst und Kultur sind elementarer Bestandteil unseres Lebens.» Mit der finanziellen Hilfe des Landes solle es möglich gemacht werden, die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen zu überstehen und den Neubeginn zu meistern. Das Unterstützungspaket «Hessen kulturell neu eröffnen» hat insgesamt ein Volumen von rund 50 Millionen Euro.

Finanzhilfe können etwa Festivals für Einnahmeausfälle beantragen, die ihre Veranstaltungen absagen oder in den digitalen Raum verlegen mussten. Für freie Künstler ist es nach Angaben der Kunst- und Kulturministerin möglich, Arbeitsstipendien von je 2000 Euro zu erhalten. Ab dem 1. Juni können die Festivals und in der Künstlersozialkasse versicherte Kulturschaffende die Mittel beantragen. Das Geld werde aus dem bestehenden und kommenden Nachtragshaushalt kommen, erklärte die Ministerin.

Die Vorstandsvorsitzende der hessischen Kulturstiftung, Jutta Ebeling, nannte die Zusagen des Landes ein wichtiges Signal. Mit dem Verteilen der Arbeitsstipendien könne nun schnelle und unbürokratische Hilfe möglich gemacht werden. Eine unabhängige Kunst sei ohne eine wirtschaftliche Basis unmöglich. «Arbeitsstipendien für Künstlerinnen und Künstler leisten einen Beitrag zu dem wichtigen Freiraum, ohne den Kultur nicht gedeihen kann», betonte Ebeling.

Auf diesem Weg sollen neue Projekte für den allmählichen Übergang aus der Pandemie-Zeit erarbeitet werden können. Die Stipendien werden nach Angaben des Ministeriums durch die Kulturstiftung vergeben und nicht als Einkommen auf etwaige Grundsicherungsleistungen angerechnet.

Dorn betonte, dass die Festivals bei Liquiditätsschwierigkeiten das Geld aus dem Programm «Hessen kulturell neu eröffnen» auch zusätzlich zu einer bereits vorhandenen Landesförderung beantragen können. Die maximale Höhe richte sich nach der Zahl der verkauften Eintrittskarten im Schnitt der vergangenen drei Jahre: 2,50 Euro pro Ticket bei öffentlich getragenen Festivals, 5 Euro pro Ticket bei von gemeinnützigen Vereinen oder privaten Institutionen getragenen. Der Betrag sei auf 500 000 Euro gedeckelt.

Mit dem Fonds «innovativ neu eröffnen» für Kultureinrichtungen mit regelmäßigem Veranstaltungsbetrieb soll zudem der Übergang in die vollständige Neueröffnung erleichtert werden, erklärte die Ministerin. Kinos, Konzertsäle und Musik-Locations, Soziokulturelle Zentren, freie Bühnen, Literaturhäuser und andere kulturelle Spielstätten können etwa für die Entwicklung neuer Formate, bauliche Anpassungen oder auch die Öffentlichkeitsarbeit Unterstützung mit einem Pauschalbetrag von je 18 000 Euro erhalten. 500 Fonds-Pakete sollen vergeben werden. Eine Kombination mit Programmen des Bundes sei möglich.

Die Landtagsopposition bezeichnete das Paket des Landes als nicht ausreichend. Zudem habe es sehr lange gedauert, bis die Regierung tätig geworden sei. Durch die Koppelung der Hilfen an die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse bleiben Menschen unberücksichtigt, die freiberuflich im Kulturbereich arbeiten, aber dort keine Mitglieder sind. Das betreffe etwa den ganzen Bereich der Veranstaltungstechnik, kritisierte die Linke.

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