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Missbrauchsopfer rechnen mit niedrigen Anerkennungszahlungen

23.09.2020 - Die Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche stellen sich auf aus ihrer Sicht deutlich zu niedrige Anerkennungszahlungen ein. Man habe «Angst» vor dem, was sich Verwaltungs-, Finanz- und Rechtsfachleute der katholischen Kirche ausgedacht hätten, ohne die Betroffenen einzubeziehen, sagte der Sprecher der Opferinitiative «Eckiger Tisch», Matthias Katsch, am Mittwoch in Fulda. Für angemessen hielte die Opferinitiative nach Katschs Worten Zahlungen in sechsstelliger Höhe, zumal viele Betroffene beispielsweise von Berufsunfähigkeit betroffen seien.

  • Matthias Katsch, Sprecher des Opfervereins "Eckiger Tisch"Weg» im Fokus. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Matthias Katsch, Sprecher des Opfervereins "Eckiger Tisch"Weg» im Fokus. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Fulda läuft seit Dienstag die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Der DBK-Vorsitzende und Limburger Bischof Georg Bätzing hatte am ersten Versammlungstag eine Einigung auf konkrete Anerkennungszahlungen für die Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Priester in Aussicht gestellt. Dabei werde man sich an gerichtlichen Urteilen zu Schmerzensgeldern orientieren. Noch kritischer als die Summen sieht Katsch aber die Verfahren, denen sich die Opfer unterziehen müssten, um die Zahlungen auch erhalten zu können. Hier sei eine «tiefe Retraumatisierung» in unprofessionellen Settings zu befürchten.

Die Initiative «Eckiger Tisch» beklagt auch, dass die Kirche mit den Anerkennungszahlungen hinter die ursprünglich diskutierten Entschädigungen zurückfalle, die eine Schuldanerkenntnis beinhaltet hätten. Aus Katschs Sicht wäre es angesichts der Vielzahl der Fälle angemessen, wenn die deutschen Bischöfe geschlossen dem Papst ihren Rücktritt anbieten würden, um so Verantwortung für das «System von Missbrauch und Vertuschung» zu übernehmen.

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