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Mord vor mehr als 20 Jahren: Freispruch für Angeklagte

18.04.2019 - Die Zweifel schienen deutlich, die Beweise reichten aber nicht aus: Freisprüche in einem Indizienprozess, in dem es um einen wieder aufgerollten Todesfall vor mehr als 20 Jahren geht.

  • Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wiesbaden (dpa/lhe) - Ein damaliges Liebespaar ist im Mordprozess um den rund 22 Jahre zurückliegenden Tod der Ehefrau des Angeklagten vor dem Wiesbadener Landgericht freigesprochen worden. Es sei ein zäher Prozess der Abwägung gewesen, sagte der Vorsitzende Richter am Donnerstag zur Entscheidungsfindung. Es habe in dem Indizienprozess trotz widersprüchlicher Aussagen und eines verdächtigen Verhaltens des Mannes aber keine unzweifelhaften Beweise gegeben, die einen Schuldspruch gerechtfertigt hätten. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

Dem damaligen Ehemann und seiner Geliebten war vorgeworfen worden, im Oktober 1997 die Ehefrau umgebracht zu haben, um an ihr Vermögen zu kommen. Der Fall war eigentlich schon zu den Akten gelegt worden. Doch DNA-Nachweise brachten die Ermittler 2017 auf die Spur des Liebespärchens aus Lorch im Rheingau.

Konkret sollten die beiden Angeklagten laut Anklage gemeinsam die 32 Jahre alte Ehefrau betäubt und in der Badewanne ertränkt haben. Anschließend hätten sie den Tatort so manipuliert, dass es nach einem Suizid aussah. Das Opfer wollte sich laut Staatsanwaltschaft scheiden lassen. Schon kurz nach der Tat war im Blut der Toten ein Schlafmittel nachgewiesen worden. Zudem hatte die Frau Verletzungen, die vermutlich von Schlägen herrührten. Eine Obduktion hatte keine Hinweise auf eine Straftat erbracht.

Weil die Tat nicht zweifelsfrei nachgewiesen worden konnte, hatte zuvor bereits die Staatsanwaltschaft auf Freispruch für die beiden Angeklagten plädiert. Die Verteidigung schloss sich dem Antrag an. Die Vertreter der Nebenklage hatten in ihren Schlussvorträgen betont, die Indizien würden nach einer Verurteilung schreien. Sollte es einen Freispruch geben, hätten die Angeklagten das nur den Gutachtern zu verdanken.

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