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Prozess zu Mordversuch: Mann habe sich Affäre eingebildet

23.01.2019 - Erst eine Rammattacke mit dem Auto, dann der Griff zu Brechstange, Messer und Hammer. So soll ein Mann aus Nordhessen auf den vermeintlichen Geliebten seiner Frau losgegangen sein. Zum Prozessauftakt zeigt sich: Er hat diese zuvor eifersüchtig überwacht.

  • ARCHIV - Ein Blick auf das Gebäude vom Landgericht und Amtsgericht in Frankfurt am Main. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    ARCHIV - Ein Blick auf das Gebäude vom Landgericht und Amtsgericht in Frankfurt am Main. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kassel/Eschwege (dpa/lhe) - Wegen einer eingebildeten Affäre seiner Ehefrau soll ein 57-Jähriger aus Nordhessen einen anderen Mann schwer verletzt haben. Beim Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Kasseler Landgericht hielt der Angeklagte an seiner Version der Ereignisse fest. Die Staatsanwältin sprach von einer «als wahnhafte Störung ausgeprägten Eifersucht.» Der Verdacht des Mannes sei falsch. Anklagt ist der 57-jährige Ukrainer wegen versuchten Mordes aus niedrigen Beweggründen, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Der Angeklagte soll 2017 in Eschwege (Werra-Meißner-Kreis) mit seinem Auto das Fahrzeug des 58-jährigen Opfers gerammt haben. Dann schlug er laut Staatsanwaltschaft die Scheibe ein und stach auf den Mann mit einem Messer ein. Das Opfer wurde durch zwölf Stiche und Schnitte - teils bis auf die Knochen - schwer verletzt. Als der Angeklagte einen Hammer aus seinem Auto holen wollte, gelang dem Opfer die Flucht.

Vor Gericht äußerte sich der Angeklagte zur Vorgeschichte: Er schilderte, wie Besuche des späteren Opfers in seiner Werkstatt, Anrufe mit unterdrückter Nummer und Fußspuren im Schnee Misstrauen weckten. Mehrfach will er seine Ehefrau und ihren vermeintlichen Geliebten zusammen in der Stadt gesehen haben - meist von hinten, aus der Ferne oder im vorbeifahrenden Auto. «Um mich herum nur Verrat und Lüge», sagte der 57-Jährige vor Gericht.

Der Angeklagte räumte ein, dass er seine Frau geschlagen habe und sie zeitweise in einem Frauenhaus war. Dass er dabei zeitliche Abläufe durcheinanderwarf und seine Aussage von einem Dolmetscher ins Deutsche übersetzt wurde, erschwerte das Verständnis.

Das 58-jährige Opfer versuchte dem Angeklagten aus dem Weg zu gehen. So schilderte es der Tatverdächtige. Doch er ließ nicht locker und bedrohte den Mann auch nach eigener Aussage: «Wenn ich Dich noch mal in der Nähe von meiner Frau sehen, mache ich aus Dir ein Schnitzel.» Einmal habe er den 58-Jährigen mit dem Auto verfolgt. Laut Staatsanwaltschaft hatte das Opfer auch ein Annäherungsverbot vor Gericht erwirkt.

Nach der Tat kam der Angeklagte in Untersuchungshaft, später in ein psychiatrisches Krankenhaus. Laut Gutachten war der Angeklagte zur Tatzeit möglicherweise schuldunfähig. Bis Ende Februar sind fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt.

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