Nachfrage nach Abstimmung per Brief bei Kommunalwahlen enorm

11.03.2021 Deutlich mehr Menschen als noch bei der letzten Wahl wollen lieber im sicheren Zuhause ihre Kreuzchen machen. Das trifft nicht nur die Städter, auch in Dörfern und Gemeinden liegt das Wählen per Brief im Trend.

Briefwahlumschläge liegen in einer Wahlurne. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei den Kommunalwahlen in Hessen zeichnet sich während der Corona-Pandemie eine enorm hohe Briefwahlbeteiligung ab. So hatte sich in der größten Stadt Frankfurt wenige Tage vor den Wahlen am 14. März fast jeder dritte Wahlberechtigte hierfür entschieden, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Bei den vergangenen Wahlen vor fünf Jahren war es nur rund jeder Zehnte gewesen. In Wiesbaden hat sich die Zahl der Briefwähler im Vergleich zur letzten Kommunalwahl mehr als verdoppelt, hier hat sich diesmal fast jeder Vierte für die Abstimmung per Brief entschieden. In Darmstadt, Kassel und Gießen verdreifachte sich die Zahl der Briefwähler jeweils. Ähnlich sieht es in kleinen Kommunen aus.

In Frankfurt dürfen über eine halbe Million Menschen die Stadtverordnetenversammlung und die Ortsbeiräte neu wählen, knapp 151 000 von ihnen möchten das per Brief erledigen. Zum Vergleich: 2016 waren es noch nicht einmal 55 000 Menschen gewesen. Deutlich nach oben zeigt der Trend auch in der Landeshauptstadt. Bei der letzten Kommunalwahl hatten 26 000 Wahlberechtigte die Unterlagen zur Briefwahl angefordert, bei einem Bürgerentscheid im vergangenen November waren es 38 000 gewesen, nun kletterte die Zahl auf 55 000 der insgesamt knapp 210 000 Wahlberechtigten.

In Darmstadt entschied sich fast jeder Dritte (39 400) der insgesamt rund 115 000 Berechtigten, seine Kreuzchen ohne das Risiko von Fremdkontakten zu Hause zu machen - das sind mehr als drei Mal so viel wie 2016 (12 400). Auch in Kassel will etwa jeder Dritte (47 900) per Brief wählen, 2015 hatte die Zahl bei etwa 15 600 gelegen. In Gießen gingen knapp 20 000 Anträge auf Briefwahl ein, auch hier hat sich die Zahl im Vergleich zu letzten Jahr fast verdreifacht. Wahlberechtigt sind in der Uni-Stadt mehr als 64 000 Menschen.

Der Trend setzt sich in kleinen Kommunen fort. So möchten in Weilrod im Taunus und im südhessischen Mühltal sogar jeweils rund 40 Prozent lieber per Brief wählen, im nordhessischen Vöhl sind es über 30 Prozent. Auch in diesen Kommunen mit jeweils wenigen tausend Wahlberechtigten hat sich die Zahl der Briefwähler im Vergleich zu 2016 deutlich gesteigert.

Insgesamt sind bei den Kommunalwahlen rund 4,7 Millionen Hessen wahlberechtigt, sie bestimmen etwa über die Zusammensetzung von Gemeindevertretungen, Stadtverordnetenversammlungen, Ortsbeiräten und Kreistagen.

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