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Neue S-Bahn-Station in Frankfurt: Ausbau soll weitergehen

09.12.2019 - Frankfurt hat eine neue S-Bahn-Station. Es handelt sich um ein Projekt von zahlreichen geplanten im boomenden Rhein-Main-Gebiet. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert, die ländlichen Regionen bei den anstehenden Investitionen nicht aus den Augen zu verlieren.

  • Ein Bahnbediensteter steht vor einem S-Bahn-Zug bei der Inbetriebnahme der neuen S-Bahn-Station Gateway Gardens. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Bahnbediensteter steht vor einem S-Bahn-Zug bei der Inbetriebnahme der neuen S-Bahn-Station Gateway Gardens. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die neue S-Bahn-Station am Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens ist am Montag als eines von mehreren anstehenden Bahnprojekten eröffnet worden. Rund 300 Millionen Euro investierten Bund, Land und Stadt in den unterirdisch gelegenen Haltepunkt. Er bindet den Stadtteil an das Schienennetz an, ein Gewerbegebiet mit großen Firmen und Hotels direkt neben dem Flughafen. Planmäßig wird die Station ab kommenden Sonntag angefahren. Angesichts voller Züge und vieler Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr der Region soll der Ausbau der Schienenwege zudem weiter vorangetrieben werden.

Nötig seien schnelle, leistungsfähige Verbindungen, sagte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bei der Eröffnung und verwies zugleich auf die Knotenfunktion Frankfurts im gesamten deutschen Schienenverkehr. Knapp die Hälfte aller Verspätungsminuten habe hier ihren Ursprung. Der Engpass solle nun «Schritt für Schritt weggebaut» werden. Abhilfe sollen beispielsweise die Bauarbeiten am Homburger Damm schaffen, die übernächstes Jahr abgeschlossen sein und Staus bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof verhindern sollen.

Zu den Projekten gehört auch der Ausbau der S6, die zwischen Frankfurt und Friedberg eigene Gleise bekommen soll, um nicht mehr vom übrigen Verkehr der Deutschen Bahn ausgebremst zu werden. Die Vorbereitungs- und Erdarbeiten auf dem ersten Abschnitt bis Bad Vilbel haben begonnen, ab 2022 sollen die ersten Züge rollen.

Entlastung erhofft sich die Deutsche Bahn auch von der nordmainischen S-Bahn, die Hanau und Maintal mit Frankfurt-Ost verbinden soll. In Hanau hat als erste Maßnahme der Bau einer neuen Fußgängerunterführung begonnen. Die Fertigstellung der Strecke ist für 2028 geplant. Schon zwei Jahre zuvor soll eine Verbindung westlich von Frankfurt in Betrieb gehen, über die bereits seit Jahrzehnten gesprochen wird: Die Regionaltangente West von Bad Homburg über den Flughafen nach Neu-Isenburg.

Langfristiges Ziel ist ein Schienenring rund um Frankfurt, wie der Chef des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), Knut Ringat, sagte. Ringat verwies auch auf die Pläne der Bahn, einen Fernbahntunnel unter Frankfurt zu bauen. In einem Jahr soll dazu eine Machbarkeitsstudie vorliegen.

Die Planungen für die neue Station Gateway Gardens begannen vor zehn Jahren, der Bau der Strecke mit dem zugehörigen zwei Kilometer langen Tunnel unter der Autobahn 5 hindurch hat drei Jahre gedauert. In dem neuen Stadtteil sollen bei Fertigstellung bis zu 18 000 Menschen arbeiten. Tausende Pendler könnten nun das Auto stehen lassen und die S-Bahn benutzen, sagte Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte, dass zu viele Investitionen nach Frankfurt flössen und Regionen etwa in Mittel- und Osthessen das Nachsehen hätten. Eine oberirdische Station in Gateway Gardens wäre günstiger gewesen, sagte der Landesvorsitzende Thomas Kraft. «Für 300 Millionen Euro könnte man sechs bis sieben Bahnstrecken reaktivieren.» Auf der Strecke nach Fulda gebe es noch Bahnsteige aus der Kaiserzeit.

Angesichts steigender Fahrgastzahlen seien zudem dringend mehr Mittel für den Ausbau des Netzes sowie ausreichend große Züge nötig. Wenn nun mit dem Seniorenticket erneut mehr Menschen vom Auto auf die Bahn umstiegen, stelle sich die Frage, wo Platz für sie in den bereits überfüllten Bahnen sei. «Wenn wir die Verkehrswende wollen, dann muss es gewaltige Änderungen geben», sagte Kraft. Die Verkehrsverbünde seien wie auch die Bahn Wirtschaftsunternehmen und planten nicht auf ausreichend lange Sicht. Das Land Hessen müsse hier mehr Verantwortung übernehmen.

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