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Offenbach verzeichnet Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200

27.10.2020 - Die Infektionszahlen steigen in Hessen weiter. Politiker appellieren im Kampf gegen die Corona-Pandemie an die Vernunft und die Verantwortung. Kommunen verschärfen ihre Einschränkungen.

  • Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Krankenhäuser in Hessen bereiten sich in der Corona-Pandemie auf eine zunehmende Zahl an Patienten vor. Vielerorts steigt die Zahl der Infektionen. Kommunen verschärfen weiter ihre Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus. Nach Angaben des Landessozialministeriums liegt von den Kreisen und kreisfreien Städten in Hessen nur noch der Werra-Meißner-Kreis unter der Warnstufe Rot von mehr als 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner. Anderenorts ist der Wert schon mehr als viermal so hoch. Auf dem Messegelände in Marburg testen Helfer in Ganzkörper-Schutzanzügen in einem «Drive-in» Autofahrer direkt im Fahrzeug.

INFEKTIONEN: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es in Hessen sechs neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Damit steigt die Zahl der gestorbenen Menschen auf insgesamt 617, wie das RKI am Dienstag mitteilte. Die Zahl der bekannten Neuinfektionen stieg innerhalb eines Tages demnach um 1349. Seit Beginn wurden nach Angaben des Instituts 34 200 Corona-Fälle in Hessen bestätigt. Nach dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen zuletzt in Hessen 139 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen. 68 Patienten wurden demnach beatmet (Stand Dienstag, 13.00 Uhr).

EXISTENZNOT: Angesichts coronabedingter Absagen und Einschränkungen der Weihnachtsmärkte in Hessen sehen sich die Marktbeschicker und Schausteller in zunehmenden Existenznöten. Die Lage vieler Unternehmen sei «wirtschaftlich äußerst prekär», teilte der Geschäftsführer des Landesverbandes für Markthandel und Schausteller Hessen, Roger Simak, der Deutschen Presse-Agentur mit. Mindestens seit den Weihnachtsmärkten 2019 habe es keine Erträge mehr gegeben - in der Pandemie fielen zahlreiche Feste und Jahrmärkte aus.

SITUATION IN KOMMUNEN: In Offenbach wurden erstmals mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen registriert. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Dienstag auf 205,7, wie die Stadt mitteilte. Die Zahl der Menschen, die wegen der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden müssen, liege derzeit bei 13. Ihr Zustand sei überwiegend stabil. Einige hessische Kommunen reagierten auf das steigende Infektionsgeschehen mit weiteren Einschränkungen. So müssen im Landkreis Kassel Schüler ab Donnerstag ab der fünften Klasse eine Maske im Unterricht tragen. Maskenpflicht gebe es auch in Kirchen, Gaststätten oder auf besonders belebten Plätzen. Hanau und der Main-Kinzig-Kreis appellierten an Vernunft und Verantwortung. «Bei allem Verständnis dafür, dass manch einer die aktuelle Situation als angstmachende Unheimlichkeit begreift, erwarte ich, dass jeder sich seiner Verantwortlichkeit bewusst ist und seinen Teil dazu beiträgt, die Herausforderung zu bewältigen», sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).

GENEHMIGUNG ONLINE: Wegen der Corona-Pandemie schloss das Regierungspräsidium Nordhessen erstmals die neue Online-Konsultation in einem Großverfahren ab. So wurde bei dem Genehmigungsverfahren für die Salzeinleitung in die Werra durch den Kalikonzern K+S auf das vorgeschriebene Treffen mit Hunderten Teilnehmern verzichtet. Stattdessen tauschten sich die Betroffenen digital aus. Durch die erfolgreiche, erstmalige Umsetzung einer Online-Konsultation habe das Regierungspräsidium den Fortgang bedeutender förmlicher Verwaltungsverfahren sicherstellen können, sagte Hermann-Josef Klüber, Präsident der Behörde in Kassel.

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