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Rodungen für A49 und Proteste dagegen sollen weitergehen

02.10.2020 - Die ersten Bäume für den neuen Abschnitt der A49 sind gefallen. Die Arbeiten sollen nun fortgesetzt werden, die Proteste gegen den Weiterbau auch.

  • Die Polizei kommt zur Räumung des besetzten Waldes bei Stadtallendorf. Foto: Boris Roessler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Polizei kommt zur Räumung des besetzten Waldes bei Stadtallendorf. Foto: Boris Roessler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Rodungen für den Weiterbau der A49 in Mittelhessen und der Polizeieinsatz gegen die Proteste dagegen sollen am Freitag weitergehen. Mehrere Aktivisten hatten sich am Donnerstag in einem Waldstück bei Stadtallendorf in Bäumen verschanzt. Dort wurden die ersten Bäume für den geplanten Abschnitt der Autobahn gefällt, die einmal Kassel und Gießen miteinander verbinden soll. Spezialkräfte der Polizei begannen am Donnerstagnachmittag damit, die Aktivisten von den Bäumen herunterzuholen, bei Anbruch der Dunkelheit wurde der Einsatz jedoch beendet.

Die Proteste waren am Donnerstag im Herrenwald überwiegend friedlich geblieben, niemand wurde verletzt. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben sechs Aktivisten vorläufig fest und stellte bei 70 Personen die Personalien fest. Sie erteilte auch mehrere Platzverweise.

Aus Protest gegen die geplanten Rodungen im Herrenwald sowie in dem nahe gelegenen Dannenröder Forst haben sich dort Aktivisten in Baumhäusern eingerichtet und Plattformen sowie Barrikaden errichtet. Die Polizei sprach von etwa 20 bis 40 Aktivisten, die sich im Herrenwald in den Bäumen verschanzt hätten. Sie selbst war mit einer mittleren, dreistelligen Zahl an Beamten im Einsatz.

Der umstrittene Autobahnabschnitt soll einmal Kassel und Gießen miteinander verbinden und wird seit Jahrzehnten geplant. Insgesamt sollen dafür 85 Hektar Wald entlang der geplanten Trasse gefällt werden. Davon gehören 27 Hektar zum Dannenröder Wald sowie weitere 49 Hektar zum nahe gelegenen Herrenwald.

Umwelt- und Klimaschützer halten es für überholt, weil es einer Verkehrswende entgegenstehe. Die Befürworter des Projekts erhoffen sich dagegen weniger Verkehrslärm in den umliegenden Dörfern, kürzere Wege für Pendler und eine direktere Anbindung ans Straßennetz für die Unternehmen.

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