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Radclub: «E-Scooter sind Fun-Geräte»

25.08.2019 - Die Anbieter von Leihrädern haben sich in Hessen einen harten Konkurrenzkampf geliefert. Mit E-Scootern ist nun ein neues Fortbewegungsmittel für Distanzen in der Stadt da. Wirbeln die Elektroflitzer den Markt erneut durcheinander?

  • Eine Frau fährt einen E-Scooter. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Frau fährt einen E-Scooter. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Wiesbaden (dpa/lhe) - Trotz des Hypes um E-Scooter sehen Fachleute in den Elektroflitzern bisher keine ernsthafte Konkurrenz für etablierte Leihfahrradsysteme. Auf längeren Strecken, hinsichtlich der Kosten und der Sicherheit seien Fahrräder überlegen, sagte Norbert Sanden, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Hessen: «E-Scooter sind Fun-Geräte.» Die Leihradanbieter haben sich in den vergangenen Jahren einen harten Konkurrenzkampf geliefert. Seit Juni mischen auch Anbieter mit Leihsystemen für E-Scooter beim Kampf um Kunden mit.

In Hessen sind die Roller in Frankfurt und Wiesbaden verfügbar, in anderen Städten gab es Anfragen von interessierten Anbietern. Bei den Leihradsystemen sind Nextbike und die Deutsche Bahn mit «Call a Bike» die Platzhirsche. Nextbike ist in Kassel, Marburg, Gießen und Bensheim vertreten. Die Bahn hat Räder in Frankfurt, Darmstadt, Fulda, Hanau, Offenbach und Wiesbaden.

Während die E-Scooter seit Monaten im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen, ist es um Leihräder still geworden. ADFC-Sprecher Sanden sieht beim Kampf um die Kunden trotzdem die Räder im Vorteil. «Fahrräder sind viel komfortabler zu nutzen, vor allem auf dem Radweg», sagt er. Wer längere Strecken fahre, für den sei es nicht sinnvoll, auf einen E-Scooter umzusteigen. Beispielsweise seien die Räder schneller. Nur wenn es um die Mitnahme in Bus und Bahn gehe, seien die kleineren Roller überlegen.

Martina Hertel vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin glaubt ebenfalls nicht an eine Roller-Revolution zu Ungunsten des Leihrades. «Den verkehrlichen Nutzen würde ich in diesen Tagen noch als gering einschätzen», sagt sie. Die Scooter seien in einem ganz anderen Marktsegment unterwegs: «Das beschränkt sich auf kurze Strecken, die man in einer Viertelstunde zurücklegen kann. Auf dieser Distanz könnten sie den Leihrädern Nutzer abknipsen.»

Auch Hertel hält die Roller für Spaß-Geräte: «Studien - wenn auch nicht wissenschaftliche - zeigen, dass das touristische Eventverkehre sind.» Auch die Preisgestaltung macht die Roller eher unattraktiv im Alltag. Während man bei Leihrädern mit zwei Euro pro Stunde dabei sei, könne ein E-Scooter neun bis zehn Euro kosten.

Die Leihradanbieter beobachten die Lage: «Wir können auch Scooter unproblematisch auf unserer Plattform integrieren», sagt Nextbike-Sprecherin Mareike Rauchhaus. Doch der Scooter-Markt solle sich erstmal konsolidieren, es gebe derzeit noch ein Dutzend Anbieter, die alle mit dem gleichen Geschäftsmodell Geld verdienen wollten. Auch Nextbike betont die Unterschiede zwischen Rollern und Rädern: «Sicher gibt es eine Schnittmenge in der Nutzerschaft. Jedoch sind es wirklich zwei unterschiedliche Verkehrsmittel.»

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklärt: «Wir betrachten die E-Scooter mit ihrem deutlich teureren Preismodell nicht als direkte Konkurrenz zum Bikesharing.» Durch das sich wandelnde Mobilitätsverhalten der Kunden sehen man einen Wachstumsmarkt mit viel Spielraum für heutige und neue Geschäftsmodelle.

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