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Schrittweise Öffnung der Schulen soll am 18. Mai weitergehen

05.05.2020 - Hessen holt seine Schüler weiter schrittweise an die Schulen zurück. Nun gibt es einen Zeitplan dafür. Regulären Unterricht wie vor Beginn der Corona-Pandemie wird es aber nicht geben können. Gewerkschafter halten die Pläne für «undurchführbar».

  • Alexander Lorz (CDU), Bildungsminister von Hessen, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Sven Braun/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Alexander Lorz (CDU), Bildungsminister von Hessen, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Sven Braun/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am 18. Mai soll an Hessens Schulen für zahlreiche weitere Kinder und Jugendliche wieder der Klassenunterricht in eingeschränkter Form beginnen. Darunter sind die Viertklässler und alle Schüler an weiterführenden Schulen. Die übrigen Grundschüler der Klassen eins bis drei sollen am 2. Juni in die Klassenräume zurückkehren, wie das Kultusministerium am Dienstag auf dpa-Anfrage in Wiesbaden mitteilte. Wegen der Corona-Pandemie gibt es in Hessen derzeit nur für die Abschlussjahrgänge der weiterführenden Schulen Präsenzunterricht.

Ab dem 18. Mai soll ein Schulbetrieb für die Sekundarstufe I, die Einführungsphase der Sekundarstufe II und die Intensivklassen für Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen zumindest eingeschränkt anlaufen, erläuterte das Ministerium. Außerdem ist eine weitere Öffnung der Berufsschulen geplant.

«Damit bleiben wir in unserer Gesamtlogik, indem wir Schritt für Schritt von den älteren Schülern zu den jüngeren Schülern gehen», erklärte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Der Schulbetrieb in diesem Schuljahr werde sich weiter aus Präsenztagen in der Schule und Lernen von zuhause aus zusammensetzen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, war am 16. März der Präsenzunterricht eingestellt worden. Für die Abschlussjahrgänge an den Schulen hatte dann am 27. April wieder der Unterricht begonnen. Das betrifft derzeit rund 110 000 Jugendliche, die sich beispielsweise auf den Haupt- oder Realschulabschluss vorbereiten. Eine geplante, zeitgleiche Öffnung auch für die vierten Klassen der Grundschulen war vom Verwaltungsgerichtshof gekippt worden.

Die vorgesehenen Öffnungen der Schulen für den Unterricht zum 18. Mai stünden im Einklang mit der in der Kultusministerkonferenz besprochenen Zeitplanung der anderen Länder, sagte Lorz. Er bekräftigte, dass man nun zunächst einen Beschluss der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abwarten wolle. Die Bund-Länder-Schalte ist für diesen Mittwoch geplant.

Mit den einzelnen Schritten berücksichtige das Land, dass die Schulen Zeit für die Vorbereitung bräuchten, erklärte Lorz. Das betrifft etwa den Hygieneplan, die Organisation des Unterrichts in Kleingruppen, die Raumverteilung und die Einsatzplanung für die Lehrkräfte. Die Schulträger sollen insbesondere bei Fragen der Schülerbeförderung intensiv eingebunden werden.

Noch sei nicht klar, wie viele Lehrer eingesetzt werden könnten, teilte Lorz mit. Gehören Lehrkräfte zur Risikogruppe - etwa wegen ihres Alters oder einer Vorerkrankung - dann müssen sie keinen Präsenzunterricht erteilen. Dies gilt auch für Lehrer, die mit Angehörigen einer Risikogruppe zusammenleben.

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Birgit Koch, bezeichnete die Pläne des Landes als «unglaublich». «Das ist gar nicht lösbar», sagte sie und verwies auf die Corona-Abstandsregeln. Um diese einhalten zu können, müssten Klassen geteilt oder gedrittelt werden. «Das heißt wir brauchen die doppelte oder dreifache Menge an Räumen und an Kolleginnen und Kollegen», sagte Koch. Nach ihrer Einschätzung sind die geplanten Öffnungen «schier undurchführbar». Die Schulen benötigten außerdem eine Perspektive für das kommende Schuljahr: «Was es nun braucht, sind Pläne ab dem 1. August», sagte die GEW-Vorsitzende.

Der Landesschulsprecher Paul Harder sprach sich gegen einheitliche Rückkehrtermine aus. Die Schüler beziehungsweise deren Erziehungsberechtigte sollten selbst über eine Rückkehr an die Schule entscheiden können. Anderenfalls sollten die Schüler weiter von zuhause aus lernen dürfen. Schulöffnungen seien nach Einschätzungen der Schülervertretung zwar logisch, es bestehe aber auch weiterhin ein Infektionsrisiko, mahnte Harder. Der derzeitige Unterricht der Abschlussjahrgänge funktioniere zwar irgendwie. «Von einem optimalen Zustand kann man ganz und gar nicht reden.»

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