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Schüsse auf Bräutigam: Gericht hebt Urteil gegen Vater auf

12.02.2020 - Kassel/Sontra/Karlsruhe (dpa/lhe) - Das Landgericht Kassel muss sich erneut mit Schüssen eines Brautvaters auf einen Bräutigam befassen. Der Prozess wegen versuchten Mordes wird neu aufgerollt, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Entscheidung des Bundesgerichtshofs hervorgeht. Die Karlsruher Richter hoben die zehnjährige Freiheitsstrafe gegen den Vater auf. Das Landgericht habe sich nicht ausreichend damit auseinandergesetzt, ob der Mann freiwillig von seiner Tötungsabsicht Abstand genommen habe.

  • Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Februar 2019 hatte das Landgericht ein Urteil gegen den Deutschen mit türkischen Wurzeln gesprochen. Der damals 50-Jährige aus Göttingen hatte in Sontra (Werra-Meißner-Kreis) den kurdischen Freund seiner Tochter angeschossen und schwer verletzt. Der Vater wollte so die Hochzeit verhindern. Er hatte den damals 24-Jährigen aus einem Gebetsraum geholt und schoss auf einem Parkplatz mit einer Pistole und einer Luftdruckwaffe auf ihn. Der junge Mann wurde von zehn Projektilen getroffen.

Das Landgericht hatte die Tat als versuchten Mord aus niedrigen Beweggründen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung beurteilt. Ein freiwilliger Rücktritt vom Tötungsversuch habe nicht vorgelegen, weil die Munition aus der Pistole verbraucht gewesen sei, ohne dass der Angeklagte in die Luft geschossen habe. Die Luftpistole sei als Tatwerkzeug zur Tötung nicht geeignet gewesen.

Laut Bundesgerichtshof kommt es darauf an, ob der Täter nach seiner letzten Handlung einen Erfolg seiner Tat für möglich hält. Doch der Angeklagte habe sich nach den Schüssen entfernt, um danach dem Nebenkläger nachzulaufen und ihm zuzurufen, er solle stehen bleiben, weil er noch nicht mit ihm fertig sei. Darauf sei das Landgericht nicht eingegangen. Die Äußerung des Angeklagten stehe inhaltlich in Widerspruch zu der Feststellung, der Angeklagte sei davon ausgegangen, dass er den jungen Mann tödlich verletzt hatte.

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