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Sperre nach Schiedsrichter-Angriff: Beuth für rote Linie

21.11.2019 - Die Attacken gegen Schiedsrichter im Amateur-Fußball reißen nicht ab. Für Hessens Sportminister Beuth reichen harte Sanktionen wie Sperren nicht aus: Wer keine Reue zeige und Präventionsprogramme ablehne, habe im organisierten Sport nichts verloren.

  • Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU). Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU). Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dieburg (dpa/lhe) - Nach seiner brutalen Attacke auf einen Schiedsrichter in einem C-Liga-Fußballspiel Ende Oktober in Südhessen ist der Spieler zu einer dreijährigen Sperre verurteilt worden. Der Verein FSV Münster, der den Spieler mittlerweile ausgeschlossen hat, wurde zudem mit einer sechsmonatigen Spielsperre und einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro belegt, wie der Vorsitzende des zuständigen Kreissportgerichts Dieburg, Helmut Biegi, am Donnerstag sagte. Zuvor hatte die «Offenbach-Post» darüber berichtet. Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth (CDU) unterstützte harte Sanktionen gegen Gewalttäter auf den Fußballplätzen: «Gegen Gewalt im Sport muss eine klare rote Linie gezogen werden.»

Biegi sagte der «Offenbach-Post» zufolge in der Verhandlung am Mittwochabend im Kreissportgericht Dieburg: «Das Video sagt eigentlich alles. Wir gehen davon aus, dass die Tätlichkeit bewusst und gewollt ausgeführt wurde.» Die Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter wertete das Gericht als besonders schweren Fall nach Paragraf 25, Absatz 3 der Strafordnung des Hessischen Fußballverbande. Mit der dreijährigen Sperre schöpfte das Kreissportgericht den Strafrahmen voll aus, hieß es weiter. Der Hessische Fußballverband (HVF) nannte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur keine weiteren Details.

Die Attacke auf den 22-Jährigen in der Partie des FSV Münster gegen den TV Semd hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Unparteiische hatte dem Spieler die gelb-rote Karte gezeigt und war von diesem anschließend bewusstlos geschlagen worden. Ein Rettungshubschrauber brachte den Schiedsrichter damals ins Krankenhaus.

Münster hatte nach der Prügelattacke seine 1. Mannschaft vom laufenden Spielbetrieb abgemeldet, den Täter aus dem Verein ausgeschlossen und diesem ein lebenslanges Hausverbot erteilt. Der Verein werde das Urteil akzeptieren und nicht in Berufung gehen, erklärte FSV-Vorsitzender Hans-Peter Samoschkoff der Zeitung.

Ob Münster in Zukunft wieder eine Männermannschaft für den Spielbetrieb anmeldet, ließ er offen. «Im kommenden Sommer aber sehr wahrscheinlich noch nicht», sagte Samoschkoff.

«Die erschütternden Nachrichten über Gewalttaten gegen Schieds- und Linienrichter beim Amateurfußball reißen nicht ab», sagte Minister Beuth der Deutschen Presse-Agentur. «Umso dringlicher ist es, dass Gewalttäter auf den Fußballplätzen nicht nur mit der Roten Karte, sondern mit langen Sperren durch den organisierten Sport rechnen müssen.» Mit einer dreijährigen Sperre dürfe es nicht getan sein. «Entweder zeigen die Täter Reue und nutzen Präventionsprogramme der Verbände, oder sie haben im organisierten Sport nichts mehr verloren.»

Eine besondere Vorbildfunktion komme auch dem Profifußball zu, betonte Beuth. «Was dort vorgelebt wird, greifen Nachwuchsspieler und Amateure in den unteren Ligen auf.» Respekt gegenüber den Schiedsrichtern müsse deshalb auch in der Bundesliga vorgelebt und vom DFB eingefordert werden. «Auch in den Bundesligen müssen die Sanktionen deutlich machen, dass Gewalt auf dem Platz nichts zu suchen hat», forderte der Innen- und Sportminister.

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