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Trend zur Selbstbewaffnung setzt sich fort

07.09.2019 - Nach sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht 2015/16 begann ein Trend zur Selbstbewaffnung. Auch Tausende Hessen beantragten den Kleinen Waffenschein. Die Zahlen gehen nur langsam zurück.

  • Ein Kleiner Waffenschein liegt zwischen einer Schreckschuss-Pistole, einem Magazin und einer Knallpatrone. Foto: Oliver Killig/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Kleiner Waffenschein liegt zwischen einer Schreckschuss-Pistole, einem Magazin und einer Knallpatrone. Foto: Oliver Killig/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein ist in Hessen weiter hoch. Auch im ersten Halbjahr des laufenden Jahres stieg die Zahl der Genehmigungen zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen, wie das Innenministerium in Wiesbaden mitteilte. Demnach registrierte das Nationale Waffenregister für Hessen in den ersten sechs Monaten 2127 neu erteilte Kleine Waffenscheine. Im gesamten Vorjahr waren es 5287 gewesen.

Damit steigt die Zahl der gültigen Kleinen Waffenscheine in Hessen auf 53 899. Im Jahr 2014 hatte es nur 22 513 solcher Genehmigungen gegeben. Nach Terroranschlägen sowie den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silversternacht 2015/2016 stieg die Nachfrage aber rasant an. Langfristig gesehen ist ein Abflauen erkennbar: Von den Höchstwerten der Jahre 2016 mit knapp 16 000 neu erteilten Genehmigungen und 2017 mit einem Plus von 7700 ist man weit entfernt.

Als Ursache für den Trend zur Selbstbewaffnung nennt das Innenministerium weiter «ein Sicherheitsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger». Die Polizei nehme die Sorgen und Ängste der Bevölkerung sehr ernst. Die Landesregierung habe die Einsatzkräfte personell und materiell gestärkt, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Hessen sieht die Entwicklung mit Sorge: In Frankfurt beispielsweise habe sich die Zahl der Anträge im vergangenen Jahr von 180 auf 560 erhöht. «Das zeigt deutlich, dass die Flut der Antragssteller ungebrochen ist», sagt GdP-Vize Jens Mohrherr. Gasdruck-, Signal oder Schreckschusspistolen sähen zudem täuschend echt aus. Werden solche Waffen öffentlich gezeigt, «hat der Bürger sofort das Telefon am Ohr». Er könne - ebenso wie die Polizei im Einsatz - den Unterschied zu echten Waffen schwer erkennen.

Laut Mohrherr sollte sich der Bund Gedanken machen, ob das Waffengesetz noch zeitgemäß sei - auch angesichts des Mordes an Kassels Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Bei den Ermittlungen waren 46 Schusswaffen beschlagnahmt worden - davon mehr als drei Dutzend bei einem einzigen Verdächtigen. Hessens Polizei fehle zudem Personal, um beispielsweise Waffenverbotszonen wie in Wiesbaden engmaschig zu kontrollieren.

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