Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Überstunden-Berg bei Polizei wird nicht kleiner

02.05.2019 - Hessen Polizisten machen viele Überstunden und sind länger krank. Für Opposition und Gewerkschaft ist das ein Zeichen falscher Politik. Das Innenministerium sieht andere Gründe.

  • «Polizei» steht auf der Jacke eines Polizisten. Foto: Boris Roessler/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    «Polizei» steht auf der Jacke eines Polizisten. Foto: Boris Roessler/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Überstunden von Hessens Polizisten werden nicht weniger. Trotz Neueinstellungen und der Ausbezahlung von Mehrarbeit waren es Ende Januar 2,86 Millionen Stunden. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Anfrage der SPD im Landtag an das Innenministerium hervor. Laut der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die Überstundenzahl damit unverändert hoch. Sie bewege sich seit Jahren zwischen 2,6 und 3,2 Millionen. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

Die Überstundenzahl sei zudem eine Momentaufnahme, die die tatsächliche Belastung nicht abbilde, sagte Hessens GdP-Vorsitzender Andreas Grün: «Wir fordern eine differenziertere Betrachtung der Mehrarbeitsentwicklung bei der Polizei.» Bisher wisse man nur, dass Überstunden auf- und aufgebaut würden und am «Jahresende sind die Zahlen wieder gleich».

Zudem lassen sich wenige Polizisten Überstunden auszahlen: Laut Innenministerium wären 1,7 Millionen Stunden auszahlbar gewesen, Anträge wurden nur für 242 000 Stunden gestellt. Die Gewerkschaft sieht zwei Gründe: Da verschiedene Besoldungsgruppen dabei zusammengefasst würden, sei die Auszahlung für einige Beamte zu niedrig. «Außerdem ist den Kollegen mit Geld nicht viel geholfen», sagte Grün. Wichtiger sei ein Ausgleich durch freie Zeit, der oft nicht möglich sei.

Gestiegen sind laut einer zweiten SPD-Anfrage die Fehltage der Polizisten. Laut dem Innenministerium fehlte jeder Beamte im Durchschnitt 27,54 Tage, 0,55 Tage mehr als im Vorjahr. Überdurchschnittliche viele Fehltage pro Person gab es im Polizeipräsidium Mittelhessen (Gießen), Südhessen (Darmstadt) und dem Polizeipräsidium für Technik (Wiesbaden).

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Günter Rudolph, sprach von einer «verfehlten Personalpolitik». «Die Steigerung ist Ausdruck der schlechten Arbeitsbedingungen von Polizeibeamtinnen und -beamten in Hessen», sagte er. Viele Bedienstete seien durch ständige Sonderdienste überlastet. Dafür trügen frühere CDU-Innenminister und der amtierende Ressortchef Peter Beuth (CDU) die Verantwortung.

Das Innenministerium verweist darauf, dass die durchschnittlichen Fehltage pro Person 2016 mit rund 29 Tagen und 2015 mit 28 Tagen höher gewesen seien. Zudem gebe es statistische Besonderheiten durch Schicht-, Feiertags- und Wochenenddienst. Innenminister Peter Beuth führte an, dass der Polizistenberuf gefährlicher als andere Berufe sei. Das Risiko für Verletzungen und lange Fehlzeiten sei somit höher. In Hessen gibt es rund 14 000 Polizisten.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren