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Polizei ermahnt Gaffer nach schwerem Unfall auf Autobahn 5

24.05.2019 - Videoclips mit dem Smartphone drehen und keine Rettungsgasse bilden: Die Polizei in Südhessen bei nach einem nächtlichen Einsatz mehrere Schaulustige ins Gebet genommen. Ihnen könnten nun rechtliche Folgen drohen.

  • Ein Warndreieck mit dem Schriftzug «Unfall» steht vor einem Blaulicht auf der Straße. Foto: Patrick Seeger/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Warndreieck mit dem Schriftzug «Unfall» steht vor einem Blaulicht auf der Straße. Foto: Patrick Seeger/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erzhausen (dpa/lhe) - Gaffer und eine fehlende Rettungsgasse haben die Einsatzarbeiten nach einem schweren Unfall auf der A5 in Südhessen erheblich erschwert. Sechs Menschen wurden bei dem Zusammenstoß eines Autos mit zwei Kleinlastern in der Nacht auf Freitag verletzt, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt kollidierten demnach fünf Fahrzeuge miteinander. Den Rettungskräften bot sich ein «ausgedehntes Trümmerfeld», wie die Polizei berichtete. Die Beamten mussten den Angaben zufolge mehrere Gaffer ermahnen, die teilweise Videoclips gedreht hätten. Einsatzkräfte hätten nur schwer zum Unfallort vordringen können, weil keine Rettungsgasse gebildet wurde.

«Die Anfahrt sämtlicher Einsatzkräfte erwies sich als äußerst schwierig, da die im Stau stehenden Verkehrsteilnehmer keine Rettungsgasse vorbereitet bzw. gebildet hatten», berichtete die Polizei. Es seien Personalien aufgenommen worden. Um wie viele Fälle es sich handelt, konnte eine Sprecherin nicht sagen. Nun werde geprüft, inwieweit die Personen belangt werden könnten. In einem Fall sei ein Smartphone überprüft und wieder zurückgegeben worden.

Probleme mit Gaffern werden auch in der Politik diskutiert. Erst in der vergangenen Woche hatte der Bundesrat strengere Gesetze gegen Schaulustige verlangt, die Fotos oder Videos von Unfallorten machen.

Die A5 blieb nach dem Unfall für mehrere Stunden voll gesperrt. Die Polizei schätzte den Sachschaden auf rund 400 000 Euro. Der Unfall geschah den Angaben zufolge um kurz vor Mitternacht zwischen den Anschlussstellen Weiterstadt und Langen. Ein 19-Jähriger erkannte demnach einen Stau zu spät und kollidierte beim Überholen mit den zwei Kleinlastern. Die drei Fahrzeuge gerieten ins Schleudern, ein Transporter blieb quer auf der Fahrbahn liegen. Ein 44-Jähriger und eine 71-jährige Frau mit ihrem Beifahrer fuhren dann in die Unfallstelle. Das Auto des 19-Jährigen fing den Angaben zufolge Feuer und brannte komplett aus. Alle Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht.

Der Autobahnabschnitt dient auch als eHighway für Lastwagen, kilometerlange Oberleitungen sollen dort als Stromtankstelle dienen. Das erste derartige Autobahn-Pilotprojekt für Lastzüge im realen Verkehr in Deutschland startete Anfang Mai. Unter den Oberleitungen gilt eine Höhenbeschränkung. Kurz vor dem Unfall befuhr die Strecke laut Polizei ein mehrspuriger Schwertransport und blockierte alle vier Spuren - ein Stau war die Folge, in den der 19-Jährige schließlich hineinfuhr. Sein Auto brannte komplett aus. Dadurch wurden auch die Fahrbahndecke und eine Betonwand beschädigt, wie die Polizei berichtete.

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