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Wärmeabgabe über Ohren und Platz im Schatten

30.06.2019 - Den einen steigt das Blut in die Ohren, die anderen haben eine etwas eklige Methode der Abkühlung: Auch im Tierreich geht es um Anpassung an die Hitze. Wer kann, setzt auf einen Schattenplatz.

  • Die Sonne strahlt am wolkenlosen Himmel. Foto: Karl-Josef Hildenbrand © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Sonne strahlt am wolkenlosen Himmel. Foto: Karl-Josef Hildenbrand © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Kronberg (dpa/lhe) - Nicht nur Menschen macht die derzeitige Hitze zu schaffen. Auch Tiere in Wald und Wiesen, Zoos und Tiergärten müssen mit den hochsommerlichen Temperaturen klar kommen. «Für die nachtaktiven Tiere ist das weniger ein Problem, aber die tagaktiven Tiere müssen sich an die Temperaturen anpassen», sagte Susanne Schneider von der Naturschutzorganisation BUND Hessen. «Die meisten ruhen, legen sich hin, und warten auf kühlere Temperaturen.»

Bei manchen Tieren gibt es natürliche Reaktionen des Körpers auf die Hitze - etwa beim Feldhasen. Steigen die Temperaturen, steigt auch das Blut - und zwar verstärkt in die langen Ohren der Hasen. «Die sind weniger behaart und damit auch nicht so stark isolierend, so dass Wärme abgegeben kann», begründete Schneider. Eher anrüchig ist die Methode der Störche, sich bei richtig heißem Wetter abzukühlen: «Die koten sich ein, da ihr Kot sehr flüssig ist und an den Beinen für Kühlung sorgt.»

Gerade für Amphibien, aber auch für Landtiere kann Wasserknappheit zum großen Problem werden, wenn Tümpel austrocknen. «Die Tiere müssen dann weiter wandern, um Wasser zu finden - das stresst dann noch zusätzlich.» Für Kaulquappen etwa, die ihr bisheriges flüssiges Element nicht verlassen könnten, sei dann hingegen nichts mehr zu machen.

Waldspaziergänger sollten an Hitzetagen gerade aus Rücksicht auf im Unterholz rastende Tiere nicht die Wege verlassen, empfahl Schneider. Wer etwas für Vögel, Insekten und Kleintiere tun wollen, könne auch im heimischen Garten ein Gefäß mit Wasser aufstellen, das dann aber täglich gesäubert werden sollte, um eine Bakterienverunreinigung zu vermeiden. Ebenfalls wichtig: «Ein Stöckchen hineinlegen, damit hereingefallene Insekten oder Kleintiere sich aufs Trockene retten können.»

Im Frankfurter Zoo hat das heiße Wetter bisher noch nicht zu Problemen für die Tiere geführt, sagte eine Sprecherin. «Die Anlagen sind so eingerichtet, dass es schattige Rückzugsplätze gibt - und dort halten sich die Tiere dann auch viel auf.» Die Vikunjas, südamerikanische höckerlose Kleinkamele, stellen sich wie schon im vergangenen Jahr gerne zur Abkühlung in den Wassergraben ihres Geländes.

Lediglich der erste öffentliche Auftritt des Anfang der Woche geborenen Bongo-Nachwuchses musste ausfallen. Die kleine Antilope legte sich bei den hohen Temperaturen lieber im schattig-kühlen Stall nieder, statt sich draußen im Freigelände zu zeigen.

Auch im Opel Zoo hielten sich die meisten Tiere bevorzugt im Schatten auf - egal ob die in schattigen Mulden lagernden Rehe oder Tiere, deren wilde Verwandte etwa in der afrikanischen Savanne zu Hause sind. Auf abkühlende Kneipp-Methoden setzen nach Angaben eines Sprechers dabei die Roten Riesenkängurus: Sie benetzen bei Hitze ihre Vorderbeine.

Trotz täglichem Arbeitseinsatz leiden etwa die Diensthunde des Frankfurter Zolls bei den derzeitigen Touren nicht unter Hitzestress, versicherte eine Sprecherin. «Die hecheln ein bisschen mehr, aber es gibt keinen Einbruch in der Leistung.» Natürlich gebe es mehr Wasser für die Hunde und auch eine entsprechende Temperatursteuerung in den Gebäuden, in denen die zwei- und vierbeinigen Zollmitarbeiter im Einsatz seien.

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