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Weiterbau der A49: Polizei wappnet sich für Großeinsatz

30.09.2020 - Massiver Widerstand von Aktivisten in einem großen und waldigen Gelände: Die Proteste gegen den Weiterbau der A49 werden die Polizei in den kommenden Wochen vor riesige Herausforderungen stellen.

  • «A49 - Verbrechen gegen Mensch und Natur» steht auf einem Schild an einer Barrikade im Dannenröder Forst. Foto: Boris Roessler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    «A49 - Verbrechen gegen Mensch und Natur» steht auf einem Schild an einer Barrikade im Dannenröder Forst. Foto: Boris Roessler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Polizei rüstet sich bereits von diesem Donnerstag an für einen wochenlangen Großeinsatz rund um den umstrittenen Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen. Für das Projekt sollen Bäume im Dannenröder Wald bei Homberg/Ohm und im nahe gelegenen Herrenwald gefällt werden. Um das zu verhindern, haben sich Aktivisten in den Waldstücken in Baumhäusern eingerichtet und Barrikaden gebaut. Die an dem Verkehrsprojekt beteiligten Baufirmen hätten sich vorgenommen, mit dem Start der Fäll-Periode am 1. Oktober mit entsprechenden Arbeiten beginnen zu wollen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Gießen. Diese Arbeiten werde man mit einem größeren Aufgebot schützen.

Auch für die kommenden Wochen stelle man sich auf eine hochkomplexe und dynamische Einsatzlage rund um die A49 ein, die die Dimension der Auseinandersetzungen rund um den «Hambacher Forst» in Nordrhein-Westfalen noch übertreffen könnte, sagte der Sprecher. «Wir rechnen mit großem Widerstand», erklärte auch eine Polizeisprecherin. Das Gelände sei sehr groß und unübersichtlich, das erschwere die Einsätze. Derzeit hielten sich schätzungsweise rund 150 Aktivisten in den betroffenen Waldstücken auf. Man gehe davon aus, dass diese sich auch in Gefahr begeben oder sogar ihr Leben riskieren werden, um die anstehenden Rodungen zu verhindern. So hätten die Aktivisten Vorrichtungen geschaffen, um sich an Barrikaden festzuketten. Außerdem rechne man damit, dass Krähenfüße eingesetzt würden, mit denen die Reifen von Einsatzfahrzeugen zum Platzen gebracht werden können.

Um die Herausforderungen zu bewältigen, würden Polizisten aus allen Präsidien in Hessen, aber auch aus dem gesamten Bundesgebiet hinzugezogen. Generell sei es Aufgabe der Polizei, die anstehenden Arbeiten zu begleiten und die Bauarbeiter zu schützen. Aufgabe sei es auch, die freie Meinungsäußerung zu ermöglichen und dafür zu sorgen, dass den Menschen in den Baumhäusern nichts passiere und die Einsatzkräfte wieder heil nach Hause kämen. Straftaten werde man konsequent ahnden, stellte die Sprecherin klar.

Die A49 soll einmal Kassel und Gießen miteinander verbinden. Insgesamt sollen dafür 85 Hektar Wald entlang der geplanten Trasse gefällt werden. Davon gehören 27 Hektar zum Dannenröder Wald sowie weitere 49 Hektar zum nahe gelegenen Herrenwald. Aus Protest dagegen halten die Aktivisten die Waldstücke seit rund einem Jahr besetzt. Der «Hambacher Forst» in Nordrhein-Westfalen gilt seit 2018 als Symbol des Kampfes zwischen Klimaschützern und Kohlebranche.

Unterdessen gab es weitere Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Gießen: Diese betrafen ein Protestcamp im Vogelsbergkreis. Die von Behörden angeordnete Auflösung des Zeltlagers in Dannenrod sei rechtmäßig, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Die entsprechenden Eilanträge dagegen wurden abgelehnt. Die Entscheidungen sind aber noch nicht rechtskräftig.

Für diesen Sonntag (4. Oktober) haben Umwelt- und Klimaschützer zu größeren Protesten am Dannenröder Wald aufgerufen. Neben den NaturFreunden Deutschlands wollen sich daran auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Campact und Fridays for Future unter dem Motto «Der Dannenröder Wald muss bleiben - Verkehrswende jetzt» beteiligen. Mit einer Demonstration direkt am Waldrand werde man sich symbolisch schützend vor den Wald stellen, erklärte Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands. Man hoffe auf «viele tausend Teilnehmer».

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