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Viele Hilfsangebote für Betroffene von Hanauer Anschlag

21.02.2020 - Nach den schrecklichen Ereignissen in Hanau sollen Angehörige und Betroffene nicht alleine gelassen werden. Rat und Hilfe finden sie bei Polizei, Stadt, Land oder Kirchen.

  • Blumen und Kerzen sind am Hanauer Marktplatz aufgestellt worden. Foto: Nicolas Armer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blumen und Kerzen sind am Hanauer Marktplatz aufgestellt worden. Foto: Nicolas Armer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hanau (dpa/lhe) - Nach dem Anschlag im Hanau gibt es für die Angehörigen der Opfer und andere Betroffene der Tat zahlreiche Hilfsangebote. Die Stadt Hanau hat zwei Opferbeauftragte ernannt, die den Menschen helfen und beistehen sollen, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Freitag sagte. Die Landesregierung bestimmte Generalstaatsanwalt Helmut Fünfsinn als zentralen und persönlichen Ansprechpartner, um für schnelle und unbürokratische Hilfe zu sorgen.

Fünfsinn werde sich vor allem um die persönlichen Anliegen der Betroffenen kümmern und den Kontakt mit den zuständigen Behörden koordinieren, kündigten Ministerpräsident Volker Bouffier und Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (beide CDU) an. Er werde auch mit den Opferbeauftragten der Stadt und dem Beauftragten der Bundesregierung in engem Austausch stehen.

Der hessische Opferbeauftragte ist unter den Rufnummern +49 611 322835 und +49 174 2478856 sowie unter der Mailadresse im hessischen Justizministerium katarzyna.zborowska@hmdj.hessen.de zu erreichen.

«Mir geht es darum, dass mit den Menschen gesprochen wird und mitgefühlt wird», betonte Oberbürgermeister Kaminsky. «Die Experten wissen, was zu tun und was zu unterlassen ist. Sie werden tätig sein, so lange es erforderlich ist. Ob wir es danach institutionalisieren, weiß ich noch nicht.» Es gebe aber auch darüber hinaus verdienstvolle Vereinsstrukturen in Hanau, die Hilfe leisteten, etwa die Opferschutzorganisation Weißen Ring.

Die Stadt teilte zudem mit, dass am Freitag ein Bürgertelefon (+49 6181 277570) eingerichtet werden soll. Es gebe aber auch bereits ein Opfertelefon der Bundesregierung (0800 0009546).

Angehörige und direkt von der Tat Betroffene können sich auch an die Polizei wenden: «Die Polizei bietet ab sofort Hilfestellung und Information in einem eingerichteten Betroffeneninformationszentrum (BIZ) an», teilte das hessische Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden mit. Es sei als Anlaufstelle für diejenigen gedacht, die Hilfe und Unterstützung benötigten, sagte eine LKA-Sprecherin. Das Zentrum wurde in der Heinrich-Heine-Grundschule, Karlsbader Straße 12, in Hanau eröffnet.

Nach Anschlägen wie in Hanau gehöre es zu den Aufgaben der Polizei, mit einem solchen Zentrum Betroffenen Hilfe anzubieten, erläuterte die Sprecherin. Beamte stehen demnach bereit, den Angehörigen Unterstützung und Informationen anzubieten. Es gehe zum Beispiel um Fragen zum Opferschutz oder um psychologische Hilfestellung. Für akuten Bedarf steht der Sprecherin zufolge auch ein Team von Polizeipsychologen bereit. Die Polizei arbeite mit anderen Behörden und Institutionen wie Gesundheitsamt und Feuerwehr zusammen.

Auch die Kirchen in der Stadt bieten Hilfe an. Einige Betroffene suchen aktiv den Kontakt, wie der Dekan der evangelischen Kirchenkreises Hanau, Martin Lückhoff, berichtete. «Das ist in unserer DNA, dass wir Menschen in Not helfen, soweit wir das können», sagte er. Es haben sich demnach bislang einzelne Betroffene gemeldet, etwa Angehörige von Opfern, die nach materieller Hilfe fragten oder nicht wüssten, wie sie der Verwandtschaft die Todesnachricht überbringen sollen. Zudem seien Notfallseelsorger im Einsatz. Auch Angebote zum gemeinsamen Gebet und Austausch gebe es.

Redebedarf hat auch die katholische Kirchengemeinde St. Elisabeth im Stadtteil Kesselstadt festgestellt, wo der Todesschütze wohnte und ebenfalls mordete. «Viele haben den Täter und seine Familie gekannt», sagte Pfarrer Andreas Weber, der betont: «Die Kirchen stehen offen.» Das sei zwar immer so, man wolle aber nach dem Anschlag explizit darauf hinweisen. Für den Freitagabend sei ein gemeinsames Gebet verschiedener Konfessionen geplant.

Ein 43-jähriger Deutscher hatte am Mittwochabend in Hanau aus mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Motiven neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Außerdem tötete er seine Mutter und sich selbst.

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