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Weltkriegsbombe auf Messegelände wird Freitag entschärft

03.06.2020 - Explosiver Fund auf dem Frankfurter Messegelände: Bei Bauarbeiten wurde eine rund 450 Kilogramm schwere Bombe gefunden. Sie soll am Freitag entschärft werden.

  • Ein entschärfte Weltkriegsbombe liegt in einer Baustelle. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein entschärfte Weltkriegsbombe liegt in einer Baustelle. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Messe Frankfurt gefundene Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg soll am Freitag entschärft werden. Das kündigte ein Sprecher der Frankfurter Feuerwehr am Mittwoch an. Bei dem Sprengkörper handele es sich um eine amerikanische Fliegerbombe, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt. Die etwa 450 Kilo schwere Bombe habe zwei Zünder. Wie die Feuerwehr Frankfurt am späten Nachmittag ankündigte, müssen etwa 2700 Frankfurter vor der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen. Pflegeheime oder Krankenhäuser seien diesmal nicht im Evakuierungsbereich. Neben dem größten Teil des Messegeländes und der Festhalle liegt auch ein Einkaufszentrum in der Evakuierungszone.

Die Bombe sei abgesichert und befinde sich in einer stabilen Lage, teilten Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt mit. Der Kampfmittelräumdienst des Landes war am Mittwochnachmittag noch vor Ort. Die Feuerwehr wollte ein Bürgertelefon einrichten, bei dem sich am Donnerstag bettlägerige oder hilfsbedürftige Menschen melden können, die bei der Evakuierung auf einen Transport durch die Rettungsdienste angewiesen sind.

Wer am Freitag nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen kann, kann in der außerhalb der Evakuierungszone liegenden Messehalle 11 eine Betreuungsstelle finden, die von 8.00 Uhr an geöffnet sei, hieß es. Bis 9.00 Uhr müssen die Menschen, die nicht auf fremde Hilfe angewiesen sind, dann ihre Wohnungen sowie den gesamten Evakuierungsbereich verlassen haben, wie die Stadt mitteilte. Sobald die Evakuierungsmaßnahmen abgeschlossen seien, werde der gesamte Bereich von der Polizei kontrolliert. Zur Dauer der Entschärfung könnten noch keine konkreten Angaben gemacht werden. Das Ende der Sperrungen, das voraussichtlich für 18.00 Uhr zu erwarten sei, werde dann durch Rundfunkdurchsagen sowie über Social-Media-Kanäle bekannt gegeben.

Die geplante Entschärfung hat auch Folgen für den Nahverkehr: Ab 8.30 Uhr werden U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse in dem betroffenen Bereich nicht mehr fahren, wie die Stadt weiter mitteilte. Der S-Bahnbetrieb solle mit Ausnahme der S-Bahn-Station Messe bis 10.30 Uhr aufrechterhalten werden. Die Station Messe werde bereits ab 8.30 Uhr nicht mehr angefahren. Über Ausfälle, Fahrplanänderungen und Sperrungen wollen die jeweiligen Verkehrsbetriebe auf ihren Kanälen eigenständig informieren.

Zur Vermeidung von Corona Infektionen müssten innerhalb der Betreuungsstelle die Abstandsregeln eingehalten und Mund-Nasen Bedeckungen getragen werden. Zur Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten müssten auch die Kontaktdaten aller in der Betreuungsstelle anwesenden Menschen einschließlich Aufenthaltsdauer und Aufenthaltsbereich dokumentiert werden, so die Feuerwehr.

Eine 500 Kilogramm schwere Bombe war im vergangenen Juli bei Bauarbeiten in der Nähe der Europäischen Zentralbank (EZB) gefunden worden. Ehe sie entschärft werden konnte, mussten damals mehr als 16 000 Menschen ihre Wohnungen in der Sperrzone im Umkreis von rund einem Kilometer um die Fundstelle verlassen. Auch der Frankfurter Zoo, der an das Evakuierungsgebiet grenzte, blieb geschlossen. Noch aufwendiger waren die Maßnahmen vor der Entschärfung einer 1,8 Tonnen schweren Bombe im September 2017 im Frankfurter Westend. Damals mussten mehr als 60 000 Einwohner ihre Wohnungen räumen. Es war die größte Evakuierung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Der Kampfmittelräumdienst wird nach Angaben des Regierungspräsidiums pro Jahr im Schnitt 500 Mal zu Funden von Granaten, Munition und Bomben gerufen. Im Schnitt müssen jährlich 35 Bomben entschärft oder - falls nicht möglich - gesprengt werden. Insgesamt werden den Angaben zufolge so jedes Jahr rund 100 Tonnen Munition entsorgt.

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