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Wetter 2019 mit historischem Hitzerekord in Hessen

27.12.2019 - Schon wieder ein Ausnahmesommer mit Temperaturrekorden: Für Freibadbesucher war das Jahr 2019 zwar ein Grund zur Freude, doch Meteorologen und Klimaforscher sehen die Entwicklung mit Sorge.

  • Ein Baum steht umgeben von Feldern, auf denen Getreide und Raps angebaut wird. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Baum steht umgeben von Feldern, auf denen Getreide und Raps angebaut wird. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Offenbach/Wiesbaden (dpa/lhe) - Bei nassgrauem Dezemberwetter mag der heiße Sommer des Jahres 2019 in der Erinnerung an Schrecken eingebüßt haben. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind beim Rückblick auf das Jahr dennoch besorgt. «Der Klimawandel bleibt auf der Überholspur», sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. In der nun zu Ende gehenden Dekade seien deutschlandweit neun der zehn wärmsten Jahre verzeichnet worden: «Das ist ein starkes Signal.» In den vergangenen 24 Monaten fielen im langjährigen Vergleich sogar 21 Monate zu warm aus. Einige Fakten zum Wetter-Jahr 2019:

- Der DWD geht davon aus, dass das Jahr 2019 nach der Auswertung aller Messergebnisse das drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sein dürfte. Mit dem am 25. Juli gemessenen Hitzerekord von 40,2 Grad im Frankfurter Westend wurde der höchste bislang in Hessen gemessene Wert verzeichnet. Voraussichtlich gab es nur drei Jahre, in denen die Sonne mehr schien, so DWD-Sprecher Kirsche. Die Niederschläge der vergangenen Wochen führten dazu, dass das Jahr statistisch gesehen bei den Niederschlägen im Mittelfeld angesiedelt ist - über das Jahr verteilt allerdings blieb es gerade im Sommer zu trocken.

- Unter der Trockenheit leidet der Wald, er ist laut dem Waldzustandsbericht derzeit im schlechtesten Zustand seit Beginn der Erhebung vor 36 Jahren. Auch die LANDWIRTE sahen sich im Sommer erneut mit Hitze und Dürre konfrontiert. Weizen, Raps sowie Obstbäume litten unter Regenmangel. Auch das Grünfutter wuchs vielerorts nicht richtig. Zwar hat es seitdem viel geregnet, doch die Bodenvorräte sind noch nicht aufgefüllt, sagt der Generalsekretär des Hessischen Bauernverbandes, Peter Voss-Fels. Angesichts der Wetterkapriolen der vergangenen Jahre seien Landwirte zunehmend auf gute Prognosen und Beratung angewiesen. Der Anbau frühreifer Sorten und wasserschonende Bodenbearbeitung etwa könnten helfen, heiße und trockene Sommer besser zu überstehen.

- Trockenheit trifft auch viele TIERE, deren Lebensraum ohnehin knapper wird: Lurche etwa, wie das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie mitteilt. Gelbbauchunke, Wechselkröte, Knoblauchkröte - von diesen Tieren gebe es nur noch einen kleinen Bestand. Regenwürmer, Schnecken und Asseln sind ebenfalls auf Feuchtigkeit angewiesen, werden sie dezimiert, geht es auch ihren Fressfeinden schlecht, darunter Feuersalamander, Erdkröte und Grasfrosch. Teilweise haben die Tierchen ihre Fortpflanzung eingestellt, wie die Biologen im Frühjahr 2019 feststellten. Auch Schmetterlingen bekommen Trockenperioden nicht, beispielsweise dem ohnehin bereits stark bedrohten blauschillernden Feuerfalter.

- Mancherorts kam der Regen dann auf einmal und mehr als reichlich vom Himmel. Mehrere UNWETTER wüteten 2019 über Hessen und richteten teilweise große Schäden an. Ende Mai setzte Starkregen Teile von Nord-, Ost- und Mittelhessen unter Wasser. Straßen und Keller wurden überflutet, Autos versanken in Schlammmassen. Einsatzkräfte retteten in Kassel ein älteres Ehepaar aus einem Wohnhaus, das rundherum von Wasser umgeben war. Am 18. August fegten Gewitter mit Hagel und Fallwinden über die Städte Dreieich, Dietzenbach, Heusenstamm, Langen, Rodgau, Seligenstadt und Egelsbach (alle Kreis Offenbach) hinweg. Autos wurden zertrümmert, Dächer abgedeckt und Häuser schwer beschädigt, mehr als 20 Menschen verletzt.

- Zwar hat es 2019 mehr geregnet als im Jahr zuvor, doch das trifft nicht auf alle Regionen zu. Beim Thema GRUNDWASSER geht das Land deshalb geteilt ins neue Jahr: Während die Lage im Süden und Westen deutlich entspannt ist, gibt es in der Mitte und im Nordosten noch Aufholbedarf, wie Mario Hergesell vom Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie sagt. Teilweise sei es noch trockener gewesen als 2018. Der seit September gefallene Regen komme teilweise erst jetzt im Grundwasser an. Weitere ergiebige Niederschläge seien nötig. Bis Ende April dauert die Periode der Grundwasserneubildung. «Bis dahin kann noch einiges passieren», sagt der Experte.

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