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Wildkatzen-Zählung mit Baldrian

05.03.2021 - Mit Baldrian wollen Naturschützer herausfinden, wie viele Wildkatzen in Hessen heimisch sind. Bis April gehen der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf die Suche im hessischen Bergland. Bei der Wildkatzenerfassung sollen 50 sogenannte Lockstöcke aufgestellt werden.

  • Eine Wildkatze reibt sich an einem Lockstock, auf den zuvor Baldrian gesprüht wurde. Foto: Weller Helmut/blickpunkt natur /dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Wildkatze reibt sich an einem Lockstock, auf den zuvor Baldrian gesprüht wurde. Foto: Weller Helmut/blickpunkt natur /dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Lockstöcke sind raue Dachlatten, die in den Waldboden eingebracht und dann mit Baldrian besprüht werden. Dieser zieht Wildkatzen fast magisch an. Sie reiben sich am Stock und hinterlassen dabei Haare», erklärte Susanne Steib, Projektmanagerin beim BUND Hessen, am Freitag. Der Bestand soll auf rund 100 Quadratkilometern zwischen Melsungen, Spangenberg und Hessisch Lichtenau systematisch erfasst werden.

Beim Fachbereich Wildtiergenetik der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Gelnhausen werden die Haare analysiert. So wird sichergestellt, dass sich nicht ein anderes Tier am Stock gerieben hat. Dabei werden auch genetische Profile der verschiedenen Wildkatzen erstellt, um deren Populationszugehörigkeit und Wanderbewegungen zu erfassen.

Die Wildkatzenerfassung in Hessen ist Teil eines bundesweiten Monitorings. Die Wildkatze ist streng geschützt. In Hessen leben schätzungsweise wieder rund 1000 Wildkatzen. «Einst durch massive Bejagung fast ausgerottet, steht die Art heute unter strengem Artenschutz und kann sich langsam wieder ausbreiten», berichteten die Naturschützer. Größte Gefahr für sie ist der Straßenverkehr.

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