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Zahl der Corona-Infektionen steigt nur leicht

01.06.2020 - Bei freundlichem Wetter haben die meisten Menschen in Hessen ein ruhiges Pfingstwochenende verbracht. Es gab wenige Verstöße gegen die Corona-Auflagen.

  • Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test- Einrichtung von einer Angestellten gehalten. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test- Einrichtung von einer Angestellten gehalten. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

An einem Pfingstwochenende mit viel Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen haben sich die Menschen in Hessen weitgehend an die geltenden Abstandsregelungen gehalten. Wie eine Sprecherin des Lagezentrums der Polizei am Montag in Wiesbaden sagte, seien «keine gravierenden Verstöße» gegen die Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie registriert worden. «Bei dem Wetter zieht es die Leute einfach auf die Straße», sagte ein Sprecher.

Zudem erlebte Hessen ein Wochenende mit durchweg ruhigem Reiseverkehr. Auf den Autobahnen gab es laut Online-Verkehrsservice der Behörde Hessen Mobil bis zum Montagmittag keine größeren Staus. Auch am Samstag und Sonntag war die Lage auf den Fernstraßen ähnlich ruhig gewesen.

Am Frankfurter Flughafen gab es am Sonntag rund 240 Starts und Landungen mit insgesamt rund 12 000 Passagieren, wie eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Fraport am Montag mitteilte. Wegen der Reisebeschränkungen hatte der größte deutsche Flughafen seinen Betrieb heruntergefahren, eines der beiden Terminals ist gesperrt. An einem durchschnittlichen Tag des Vorjahres gab es rund 1400 Flugbewegungen.

INFEKTIONSZAHLEN

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Hessen weiter leicht gestiegen. Von Samstag auf Sonntag stieg die Zahl um 30 auf 10 033 Fälle. Von Sonntag auf Montag (Stand 14.00 Uhr) kamen 14 weitere gemeldete Infektionen hinzu auf gesamt dann 10 047, wie das Sozialministerium am Montag mitteilte. Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit Covid-19 gebracht werden, lag am Montag bei 480, was einen Anstieg von drei Fällen gegenüber dem Vortag bedeutet.

In der Statistik des Ministeriums werden lediglich Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine Datenbank eingegeben wurden. Die Angaben können nachträglich nach unten oder nach oben korrigiert werden, etwa wenn Fälle nachgemeldet werden.

BEACHTUNG DER BESCHRÄNKUNGEN

Die Polizei musste Bürger wiederholt auf die Einhaltung der Corona-Beschränkungen hinweisen. Sicherheitskräfte hätten in der Nacht zum Sonntag mehrfach Menschen ermahnen müssen, die sich beispielsweise am Opernplatz oder am Hafenpark, einem großen Sport- und Freizeitgelände, aufgehalten hatten. Es habe sich insgesamt um 500 bis 1000 Menschen an den verschiedenen Orten gehandelt. Zwischenfälle gab es den Angaben zufolge jedoch keine.

Bei mehr als 150 Kontrollen am Samstag und Sonntag habe es 26 in Wiesbaden Verstöße gegeben, teilte die Stadt am Montag mit. Sechs Fälle betrafen die Versammlungsobergrenze, 18 Mal wurde kein Mund-Nasen-Schutz getragen. Insgesamt wurden gegen 50 Personen Bußgeldverfahren eingeleitet. Schwerpunktmäßig kontrollierte die Stadtpolizei am Wochenende die Gastronomie, die Wiesbadener Ausflugsziele und das Rheinufer.

SOFORTHILFE

Rund zwei Monate nach dem Start der staatlichen Soforthilfen in der Corona-Krise für kleinere Betriebe mit Finanznot haben rund 99 300 Unternehmer in Hessen die Unterstützung erhalten. Rund 905 Millionen Euro aus dem Soforthilfeprogramm seien geflossen, teilten Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), Finanzminister Michael Boddenberg und Innenminister Peter Beuth (beide CDU) mit. Rund 134 500 Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten hätten seit dem Start des Programms am 30. März einen Antrag gestellt. 116 000 Anträge seien bereits abschließend bearbeitet worden.

KIRCHE

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat in der Corona-Krise dazu aufgerufen, eine vernünftige Balance zwischen Freiheit und Sicherheit zu finden. Die Mehrheit der Bürger sei mit der zeitweisen Einschränkung der Freiheit einverstanden, und die Maßnahmen seien erfolgreich, sagte Bätzing laut vorab verbreitetem Redetext in seiner Pfingstpredigt am Sonntag im Limburger Dom. Nun, da die Gesellschaft allmählich wieder aufwache, wagten sich jedoch viele mit Kritik hervor, fröhlich Unbesorgte genauso wie tief Besorgte «und leider auch die extrem Ausgerichteten».

VERDIENSTAUSFALL

Das Land Hessen kommt seiner gesetzlichen Plicht nach und erstattet Menschen den Verdienstausfall, den sie während einer Corona-Quarantäne hatten. Entsprechenden Anträge könnten «jetzt gestellt werden», sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Das Infektionsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber, ihren Beschäftigten das Gehalt weiterzuzahlen, wenn diese wegen einer Quarantäne-Anordnung oder der Schließung von Schulen und Kitas nicht arbeiten konnten. Dieses Geld wird den Arbeitgebern dann vom Land ersetzt, Selbstständige erhalten eine Direktzahlung. Die Anträge können den Angaben zufolge über die Internetplattform ifsg-online.de gestellt werden.

HEBAMMEN

Viele hessische Hebammen sind in der Corona-Krise in Existenznot geraten. Frauen, die vor allem Kurse anbieten zur Geburtsvorbereitung und Rückbildung, hätten auf Online-Angebote umsteigen müssen, um weiter Einnahmen zu haben. Das sagte die Erste Vorsitzende des Landesverbands der Hessischen Hebammen, Martina Klenk, der Deutschen Presse-Agentur. Zwar gebe es inzwischen die Möglichkeit, Schwangere und junge Mütter wieder in Kursräumen zu betreuen, doch wegen der Abstandsregeln sei fraglich, ob dies wirtschaftlich sei. «Wir sind im Krisenmodus.»

TOURISMUS

Hessens Tourismusbranche blickt nach den Corona-Lockerungen wieder optimistischer in die Zukunft. Zwei Drittel der befragten Betriebe meldeten bei der fortlaufenden Online-Umfrage wieder Buchungen, teilte die Hessen Agentur in Wiesbaden mit. Die Nachfrage sei zwar teilweise noch verhalten, aber die Stornierungen würden deutlich zurückgehen. Die Umsatzeinbußen für das zweite Quartal seien jedoch weiter beträchtlich und lägen bei der Mehrheit der Betriebe zwischen fünfzig bis hundert Prozent im Vergleich zu den ursprünglich angestrebten Geschäftszielen. Dabei zeige sich, dass Reisen in der Freizeit deutlich stärker von der Corona-Krise betroffen seien als das Feld der Geschäftsreisen.

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