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«Wir brauchen das Gas»: Schwesig verteidigt Nord Stream 2

15.10.2020 - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig hält an der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 fest. «Auch wir müssen verlässlich sein», sagte sie bei einem Besuch in Lubmin.

  • Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung und die Projektgesellschaft Nord Stream 2 führen laut Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) Gespräche darüber, wie die Fertigstellung der Ostseepipeline gelingen kann. Seit den Sanktionsandrohungen der USA Ende 2019 ruhen die Verlegearbeiten. Bei einem Besuch der Gas-Anlandestation in Lubmin (Vorpommern-Greifswald) hat Schwesig am Donnerstag ihre Unterstützung für das umstrittene Projekt bekräftigt. «Die Landesregierung hält weiter fest an der Fertigstellung der Ostseepipeline», sagte sie im Gespräch mit Unternehmern des Wirtschaftsstandortes Lubmin. Das Projekt sei genehmigt und als Industrieland könne es sich Deutschland nicht leisten, in Energieschwierigkeiten zu kommen. «Wir brauchen das Gas.»

Damit die Energiewende gelingt, sei es wichtig, weiterhin bezahlbare Energie bereitzustellen, sagte sie. Es werde immer viel über die Verlässlichkeit von Russland geredet. «Aber auch wir müssen verlässlich sein», erklärte die Regierungschefin.

Nach Angaben eines Nord-Stream-2-Sprechers fehlen noch 160 Kilometer oder 6 Prozent der Rohrleitung, die russisches Erdgas nach Deutschland und ganz Europa transportieren soll. Trotz der US-Sanktionen gegen Unternehmen, die am Bau der Leitung beteiligt sind, sei an dem Projekt weitergearbeitet worden. Die Anlandestation sei technisch betriebsbereit.

Im Gespräch mit Firmenvertretern über die Corona-Pandemie sagte Schwesig, es sei das Ziel der Landesregierung, einen zweiten Shutdown zu verhindern. Den zu überleben, wäre schwierig. «Deshalb sind wir an der einen oder anderen Stelle strenger als andere.» Sie wundere sich, dass es in der aktuellen Situation hauptsächlich darum gehe, «wie wir Regeln lockern». Dabei müsse es das Hauptziel sein, dass die Risikogebiete in Deutschland wieder abnehmen.

Zudem verteidigte die Ministerpräsidentin die finanzielle Unterstützung für die Werften in der Corona-Krise. Sie seien der industrielle Kern des Landes, mit Arbeitsplätzen und Wertschöpfung. Alle Auftragsbücher seien bis zu Corona voll gewesen. Was wäre, wenn es im nächsten Jahr einen Impfstoff gäbe und alle Arbeitsplätze wären weg, fragte sie.

Der Kaufmännische Geschäftsführer der Deutschen Ölwerke Lubmin, Andreas Barg, sagte: «Ich bin froh, dass wir diesen strengen Kurs fahren.» Das Unternehmen verarbeitet Rohöle, die per Schiff geliefert werden, zu Schmierstoffen. Sie würden in 80 Länder exportiert und auch in der Formel 1 genutzt. Trotz Corona gebe es in diesem Jahr ein Wachstum. «Wir erfahren einen Boom im Verkauf von Hochleistungsschmierstoffen», sagte Barg. Den Grund könne sich das Unternehmen selbst noch nicht erklären. Die Firma, die seit sieben Jahren in Lubmin ansässig ist und die Zahl ihrer Mitarbeiter von 18 auf gut 100 erhöhte, will die Produktion und die Beschäftigtenzahl weiter ausbauen. An die Landesregierung gerichtet sagte Barg, um Fachkräfte zu gewinnen, müsse eine Firma für die Attraktivität des Unternehmens sorgen. Die Politik aber müsse für die Attraktivität der Region sorgen.

Schwesig gehört zu den entschiedensten Befürwortern der umstrittenen Pipeline, die russisches Gas über mehr als 1200 Kilometer durch die Ostsee nach Deutschland bringen soll. Nach ihren Worten hat sich Lubmin in den vergangenen 30 Jahren zu einem der wichtigsten Industriestandorte in Vorpommern entwickelt.

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