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48 neue Corona-Infektionen in MV

05.10.2020 - Innerhalb von drei Tagen wurden in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche neue Corona-Infektionen gemeldet. Eine Infektionsquelle gilt als Hauptursache.

  • Ein Bett auf einer Intensivstation. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Bett auf einer Intensivstation. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Mecklenburg-Vorpommern sind seit Freitagnachmittag 48 neue Corona-Infektionen registriert worden. Damit stieg die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie auf 1295, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte. 15 Fälle wurden aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gemeldet, jeweils zehn aus der Hansestadt Rostock und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. In den übrigen Landkreisen und der Landeshauptstadt Schwerin kamen zwischen einem und fünf Fällen hinzu.

In MV werden am Wochenende keine Corona-Zahlen veröffentlicht, daher ist dieser Wert am Montag verhältnismäßig hoch. Bei den letzten Corona-Zahlen am Freitag wurden innerhalb eines Tages 43 Neuinfektionen gemeldet.

In den vergangenen sieben Tagen wurden in MV den Angaben zufolge 8,0 Coronafälle je 100 000 Einwohner registriert. Am höchsten ist dieser Wert weiterhin im Landkreis Nordwestmecklenburg, wo es im selben Zeitraum 15,3 Infektionen je 100 000 Einwohner gab. MV insgesamt liegt weiterhin deutlich unter der kritischen Marke von 50 Infektionen, die zu Einschränkungen führen könnte.

Angesichts der stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern hat der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger die Menschen zur Vorsicht aufgerufen. «Familienfeiern sollten auf den engsten Familienkreis begrenzt bleiben», sagte Reisinger der Deutschen Presse-Agentur. Partys sollten möglichst umgangen und auf Reisen in Pandemiegebiete verzichtet werden. «Wann immer es möglich ist, sollten Masken getragen werden.» Der Mediziner betonte, dass das auch für Aufenthalte im Freien gelte, wenn in Ansammlungen der nötige Abstand nicht gewährleistet ist.

Hauptquelle für die Infektionen sind den Erkenntnissen zufolge Familienfeiern. «Da wird in der Regel keine Maske getragen und kein Abstand gehalten. Da fühlt sich das Virus wohl und wird übertragen», sagte Reisinger. Gleichzeitig kämen auch Menschen als Verbreiter in Betracht, die aus Gebieten im In- und Ausland zurückkommen, in denen das Virus weit verbreitet ist.

Es werde auch gleichzeitig von Fällen berichtet, in denen die Quarantänebedingungen nicht genügend ernstgenommen werden. Noch seien in den meisten Fälle die Übertragungswege des Sars-CoV-2-Virus nachzuvollziehen. Dies sei eine wichtige Voraussetzung, um seine Verbreitung einzudämmen, betonte Reisinger.

In Rostock bleibt eine Psychiatrische Fachpflegeeinrichtung im Stadtteil Groß Klein vorsorglich weiterhin geschlossen. Dort stieg die Zahl der positiven Corona-Fälle auf zwei, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Eine Bewohnerin wurde dort in der Vorwoche positiv auf Covid-19 getestet. Am Freitag soll die zweite Testung erfolgen.

Ungeachtet der hohen Corona-Infektionszahlen in einzelnen Berliner Stadtbezirken bleibt Mecklenburg-Vorpommern indes für alle Besucher aus der Bundeshauptstadt uneingeschränkt offen. Wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte, werde Berlin bei der Risikobewertung weiterhin als Ganzes betrachtet. Einreisebeschränkungen oder Quarantäne für Rückkehrer würden demzufolge erst dann wirksam, wenn Berlin als Stadtstaat insgesamt mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen aufweise. Nach jüngsten Berechnungen liegt der Durchschnittswert für Berlin unter 40.

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