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600 Kameraden verabschieden bei Unglück getöteten Piloten

09.07.2019 - Gut zwei Wochen nach der Kollision zweier Eurofighter ist der getötete Pilot bei einer Trauerfeier in Laage verabschiedet worden. Sie fand mit militärischen Ehren, dem Inspekteur der Luftwaffe, aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

  • Ein brennendes Flugzeug des Typs "Eurofighter" ist am Himmel an der Mecklenburgischen Seenplatte zu sehen. Foto: Thomas Steffan/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein brennendes Flugzeug des Typs "Eurofighter" ist am Himmel an der Mecklenburgischen Seenplatte zu sehen. Foto: Thomas Steffan/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Laage (dpa/mv) - Mit einer Trauerfeier haben rund 600 Kameraden in Laage bei Rostock Abschied von dem Eurofighter-Piloten genommen, der am 24. Juni bei einer missglückten Luftkampfübung ums Leben gekommen ist. Die Gedenkveranstaltung am Dienstag auf dem Gelände des Luftwaffen-Geschwaders 73 «Steinhoff» war auf Wunsch der Familie des Getöteten nicht-öffentlich, wie ein Sprecher der Luftwaffe sagte. Die Trauerrede habe der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, gehalten. Nach dem etwa 30-minütigen Gedenken, das mit militärischen Ehren erfolgt sei, sei der Sarg der Familie übergeben worden.

Der Eurofighter des 27 Jahre alten Piloten war am 24. Juni bei der Luftkampfübung über der Müritzregion mit einem zweiten Jet kollidiert. Beide Flugzeuge stürzten ab, der 51 Jahre alte Pilot der zweiten Maschine konnte sich retten. Die genaue Unglücksursache wird noch durch die Einheit «General Flugsicherheit» ermittelt, die auch im Fall des wenige Tage später abgestürzten Bundeswehrhubschraubers bei Hameln mit einer getöteten Pilotin ermittelt.

Bei der Gedenkveranstaltung war der Sarg des getöteten Piloten - wie bei militärischen Ehren üblich - mit der Bundesflagge eingehüllt, wie der Sprecher erklärte. An beiden Seiten standen Kameraden eine Totenwache, ein Ensemble aus einem Militärmusikkorps mit Streichern und einem Trompeter habe musiziert. Neben Mitgliedern des Geschwaders 73 waren auch Angehörige anderer Verbände nach Laage gekommen. An der Luftkampfübung vor gut zwei Wochen waren insgesamt drei Eurofighter aus Laage beteiligt gewesen. Die dritte Maschine blieb unversehrt. Es war der erste Unglücksfall des Ausbildungsgeschwaders in Laage, das 1997 aus drei Militärverbänden gebildet worden war: Laage, Preschen bei Cottbus und Bad Sobernheim (Rheinland-Pfalz). Das Geschwader fliegt seit 2004 mit Eurofightern.

Bei dem Unglück kamen keine Zivilisten zu Schaden, obwohl die Eurofighter nur wenige hundert Meter neben zwei Dörfern und über einer beliebten Urlaubergegend abstürzten. Inzwischen sind die Flugdatenschreiber und auch die Wracks sowie viele verstreute Trümmerteile geborgen worden. Das Geschwader aus Laage hatte seine Flüge eine Woche ausgesetzt, fliegt aber inzwischen wieder.

In dem Zusammenhang hat auch die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung aufgenommen. So soll geklärt werden, ob menschliches Versagen oder eine technische Ursache zu Zusammenstoß und Absturz geführt haben.

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