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Alle Schüler werden dieses Jahr versetzt: Wenn sie es wollen

21.04.2020 - Angesichts der Corona-Krise werden in diesem Schuljahr alle Schüler ungeachtet ihrer Noten in die nächste Klasse versetzt. Möglich sei aber, das Schuljahr freiwillig zu wiederholen, teilte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Dienstag mit.

  • Bettina Martin (SPD, r), Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, sitzt im Landtag. Foto: Jens Büttner/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bettina Martin (SPD, r), Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, sitzt im Landtag. Foto: Jens Büttner/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gerade Schüler, die versetzungsgefährdet sind, hätten angesichts der Umstände keine gute Möglichkeit, ihre Leistungen in diesem Schuljahr noch ausgleichen zu können, erklärte sie. Alle Schulleiter seien in einem Schreiben über die Regelung informiert worden.

Schüler, bei denen aufgrund von Wissenslücken eine erfolgreiche Mitarbeit in der nächsthöheren Klasse fraglich erscheint, könnten das Schuljahr freiwillig wiederholen. In einem solchen Fall sollten die Eltern Kontakt mit der Schule aufnehmen, empfahl die Ministerin.

Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sind wegen des neuartigen Coronavirus seit Mitte März geschlossen. Am 27. April sollen zunächst die Abschlussklassen zurückkehren, am 4. Mai dann weitere einzelne Klassenstufen.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) begrüßte die grundsätzliche Versetzung aller Schüler. Damit hätten Schüler, Eltern und Lehrkräfte Gewissheit, erklärte der Landesvorsitzende Michael Blanck. Auch der Zeitpunkt der Entscheidung ist richtig. «Schulen hätten sonst in den nächsten Tagen die sogenannten blauen Briefe verschicken müssen und Elternhäuser beunruhigt.» Die AfD hingegen übte Kritik. Die pauschale Versetzung würde reihenweise Schulabbrecher und Schüler produzieren, welche die Klasse im nächsten Jahr wiederholen müssten, sagte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Jörg Kröger. Das sei unverantwortlich.

Die Linke stellte sich hinter Bettina Martin. «Die Entscheidung der Bildungsministerin, alle Schülerinnen und Schüler in diesem Schuljahr grundsätzlich zu versetzen, ist angesichts der besonderen Situation folgerichtig», sagte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. «In dieser Phase dürfen die Kinder und Jugendlichen, die keine Möglichkeit hatten, ihre Leistungen durch Klausuren und Tests zu verbessern, keine Nachteile erleiden.»

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