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Amt gibt mit Auflagen grünes Licht für «Fusion»

30.05.2019 - Der Streit um das «Fusion»-Festival in Lärz ist vom Tisch. Es kann wie geplant Ende Juni stattfinden. Das Amt Röbel/Müritz genehmigte das überarbeitete Sicherheitskonzept des Veranstaltervereins. Es gibt Auflagen, aber keine Polizeiwache auf dem Gelände.

  • Das Areal für das alternative Musik- und Kulturfestival "Fusion" ist bei einem Rundflug zu sehen. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Areal für das alternative Musik- und Kulturfestival "Fusion" ist bei einem Rundflug zu sehen. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lärz (dpa) - Das alternative «Fusion»-Festival in Lärz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) kann nach heftigem Streit um das Sicherheitskonzept wie geplant stattfinden. Das Amt Röbel/Müritz genehmigte das überarbeitete Sicherheitskonzept für das Festival mit rund 70 000 Gästen mit Auflagen, wie Ordnungsamtsleiterin Marlen Siegmund sagte. Die Ordnungsverfügung samt Auflagen würden dem Verein Kulturkosmos als Veranstalter innerhalb einer Woche zugestellt.

Beim Verein in Lärz löste die Nachricht Freude aus: «Nun können wir endlich richtig mit den Vorbereitungen beginnen», sagte Vereinschef Martin Eulenhaupt am Donnerstag. Auch der Lärzer Bürgermeister Hartmut Lehmann (CDU), der sich für die «Fusion» eingesetzt hatte, zeigte sich erfreut: «Gott sei Dank ist das jetzt vom Tisch, wir haben auch noch andere Dinge, die erledigt werden müssen.»

Mit der Genehmigung endet ein heftiger Streit um die Sicherheit auf dem vom 26. bis 30. Juni geplanten Festival, in den sich auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) eingeschaltet hatten. Die Sicherheitsstandards sollten nach Ansicht von Amt und Polizei nach Vorfällen bei anderen Festivals und deren juristischer Aufarbeitung verschärft werden.

Als Begründung wurde unter anderem die Massenpanik mit 21 Toten bei der Love Parade in Duisburg und Prozesse gegen die genehmigenden Behörden angeführt. «Lärz ist aber nicht Duisburg und wir haben keinen Tunnel durch den sich Flüchtende im Brand- oder Ernstfall drängen müssten», sagte Bürgermeister Lehmann. Er erkenne aber an, dass die genehmigende Behörde letztlich rechtlich verantwortlich sei.

Besonders entzündet hatte sich der Streit an Forderungen der Polizei, die nach mehr als 20 Jahren erstmals eine eigene Wache auf der «Fusion» und «anlasslose Streifen» verlangte. Dies lehnte der Verein im Gegensatz zu anderen Festivals - wie dem «Airbeat 1» in Neustadt-Glewe mit ähnlich hoher Besucherzahl - strikt ab. Er verwies unter anderem auf frühere Aussagen der Polizei, die selbst die Friedlichkeit des Festivals immer wieder betont hatte. Der Verein will Beamten nun aber ungehindert Zugang gewähren. Außerdem soll eine Wache direkt am Festgelände stationiert werden.

Alle Behörden, auch die Polizei, hätten ihr Einvernehmen erteilt, sagte Ordnungsamtsleiterin Siegmund. Welche Auflagen der Verein genau erfüllen muss, wollte sie nicht sagen: «Das ist aber alles machbar.» Mehrfach waren zu enge Fluchtwege und die Zahl der professionellen Ordner moniert worden. Der Verein reagierte und hat nach eigenen Angaben nun Sicherheitsdienste statt ehrenamtlicher Helfer engagiert.

Zudem sollte der Kulturkosmos unter anderem die Zauntore für den Notfall verbreitern. Das «Fusion»-Gelände mit alten Hangars auf einem ehemaligen Militärflugplatz ist inzwischen mit zwei Zäunen gesichert, zwischen denen patrouilliert wird, um ungebetene Gäste fernzuhalten. «Da sind immer wieder Leute drüber geklettert, die keine Karten hatten, und haben sich dabei auch stärker verletzt», sagte Bürgermeister Lehmann. Im Ernstfall müssen die Leute aber auch schnell wieder rauskommen.

Der Verein Kulturkosmos verspricht auf dem Festival «vier Tage Ferienkommunismus» mit Musik vieler Spielarten, Theater, Kino, Performance und Installationen sowie fleischloser Beköstigung. Bürgermeister Lehmann, der gerade im Amt bestätigt wurde, weiß noch nicht genau, ob er wieder zur «Fusion» geht. «Eigentlich müssten die Lärzer, wie früher, wieder Freikarten bekommen - schließlich sind viele für die Fusion auf die Straße gegangen», sagte er.

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