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Arbeitsagentur stockt Qualifizierungsbeihilfen auf

28.02.2019 - Die Digitalisierung ergreift immer mehr Bereiche auch in der Arbeitswelt. Darauf müssen sich die Beschäftigten einstellen. Die Arbeitsagentur bieten den Unternehmen Hilfe an und stockt die Zuschüsse für Qualifizierung und Weiterbildung auf.

  • Schild mit dem Logo der Agentur für Arbeit. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schild mit dem Logo der Agentur für Arbeit. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Die Bundesagentur für Arbeit verdoppelt ihre Zuschüsse für die Qualifizierung von Mitarbeitern in Klein- und Mittelbetrieben Mecklenburg-Vorpommerns auf 20 Millionen Euro im Jahr. Möglich werde das durch das seit Jahresbeginn wirksame «Qualifizierungschancengesetz», mit dem Beschäftigte insbesondere für den digitalen Wandel fit gemacht werden sollten, sagte die Direktorin der Arbeitsagentur Nord, Margit Haupt-Koopmann, am Donnerstag beim traditionellen Arbeitsmarkt-Frühstück in Schwerin. Dazu lädt die Regionaldirektion Nord einmal im Jahr Unternehmer, Gewerkschafter und Politiker an die dortige Hochschule der Bundesagentur für Arbeit ein.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die erneut an dem Treffen teilnahm, verwies auf eine von der Landesregierung initiierte Umfrage, die auch die Sorge vor den Folgen der Digitalisierung offenbart hatte. «Viele Menschen fragen sich, ob sie den Herausforderungen gewachsen sind und das neue Tempo mitgehen können», sagte Schwesig. Unter anderem mit den zusätzlichen Qualifizierungshilfen zeige die Politik, dass sie auf die Entwicklungen reagiere. «Wir müssen die Digitalisierung als Chance nutzen», betonte die Regierungschefin. Mit dem Ausbau der Datennetze werde eine weitere wichtige Grundlage dafür gelegt.

Haupt-Koopmann appellierte an die Firmen im Nordosten, im eigenen Interesse die Unterstützung zu nutzen. Kaum ein Wirtschaftsbereich bleibe vom digitalen Wandel unbeeinflusst, der Einzug elektronischer Datensysteme in Produktion, Prozesssteuerung und Verwaltung vollziehe sich in rasantem Tempo. «Die Weiterbildung und Qualifizierung der Beschäftigten wird zum Dreh- und Angelpunkt. Wir brauchen Fachkräfte, die die neuen Arbeitsplätze ausfüllen», betonte Haupt-Koopmann.

Die nun zusätzlich bereitgestellten 10 Millionen Euro würden unabhängig vom Alter der Beschäftigen ausgereicht. Für Beschäftigte in Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern können laut Gesetz bis zu 100 Prozent der Weiterbildungskosten gefördert werden. Bei kleinen und mittleren Unternehmen beträgt die Förderquote bis zu 50 Prozent. «Das ist von Vorteil für Mecklenburg-Vorpommern, denn 95 Prozent der Unternehmen haben weniger als 50 Mitarbeiter», erklärte Haupt-Koopmann.

Nach ihren Angaben ist die bisherige Qualifizierungsbeihilfe auf ungelernte Arbeitnehmer über 50 Jahre beschränkt. Von den dafür bereitstehenden 10 Millionen Euro seien im Vorjahr 9 Millionen abgerufen worden. «Auch wenn der Konjunkturmotor brummt und die Firmen gut zu tun haben, sollten die Unternehmer die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter nicht vernachlässigen», mahnte Haupt-Koopmann.

Ministerpräsidentin Schwesig rechnet unterdessen mit einem weiteren Aufschwung am Arbeitsmarkt. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land um etwa 50 000 gewachsen. Und die Aussichten für 2019 seien weiterhin positiv, sagte sie.

Doch machte sie auch deutlich, dass sich in einigen Regionen und Branchen bereits Engpässe bei Fachkräften zeigten. Deshalb sei die Fachkräftesicherung eines der wichtigsten Themen und werde daher auch im «Zukunftsbündnis MV», zu dem Vertreter von Gewerkschaften, Unternehmensverbänden und Regierung an diesem Montag erstmals in Schwerin zusammenkommen, eine tragende Rolle spielen.

Schwesig erneuerte vor dem Treffen ihre Forderung nach besseren Löhnen und mehr Tariftreue. «Wir können unsere Attraktivität als Arbeitsstandort nur erhöhen, wenn wir auch bei den Löhnen vorankommen», sagte sie. Etwa 75 000 Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern würden regelmäßig zur Arbeit in ein anderes Bundesland fahren, weil sie dort mehr verdienten. Schwesig äußerte sich überzeugt davon, dass viele Jobs in ihrer Heimat annähmen, wenn sie hier auch besser bezahlt würden.

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