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Astrazeneca schwach nachgefragt: Erzieher ab Freitag

01.03.2021 - Die stockende Verwendung von Astrazeneca bei den Corona-Impfungen bringt viele auf die Palme: Aus der berechtigten Gruppe eins gibt es nicht genug Nachfrage, Impfdosen bleiben im Kühlschrank. Jetzt will der erste Landkreis Kita-Erzieher vorziehen - weil es dort brennt.

  • Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Nachfrage nach dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist in Mecklenburg-Vorpommern auch zu Beginn dieser Woche hinter dem Angebot zurückgeblieben. Das lässt den Ruf nach Freigabe der Impfungen für weitere Gruppen wie Lehrer, Erzieher und pflegende Angehörige lauter werden. Noch heißt die Linie des Landes: Prioritätsgruppe zwei ist erst dran, wenn Gruppe eins durchgeimpft ist. Dazu gehören unter 65-jährige Ärzte und Pflegekräfte sowie Menschen, die etwa als Physiotherapeuten, Fußpfleger oder Friseure auch in Pflegeheimen arbeiten.

Da allerdings die Nachfrage aus der ersten Gruppe eher gering ist, tritt jetzt der erste Landkreis die Flucht nach vorne an: In Ludwigslust-Parchim, wo Kitas als ein neuer Schwerpunkt von Infektionen gelten, sollen ab Freitag die ersten Kita-Erzieher und Grundschullehrer von mobilen Teams eine Impfung bekommen können, wie ein Kreissprecher sagte.

In den Kühlschränken wuchs am Montag der Berg nicht gegebener Astrazeneca-Impfdosen: Im Landkreis Nordwestmecklenburg waren von 150 möglichen Impfterminen nur 26 gebucht, wie ein Kreissprecher mitteilte. Die Freigabe des Präparats für weitere Berufs- und Personengruppen erscheine wünschenswert.

In Schwerin wurden von 70 Terminen laut Pressestelle am Montag nur 40 genutzt. Im Landkreis Rostock waren bis zum Nachmittag von den 150 möglichen Impfterminen für Dienstag erst 50 über das Call-Center des Landes vergeben, wie eine Kreissprecherin berichtete. Im Krankenhaus Ludwigslust waren 70 Impfungen möglich, nur 29 konnten aber tatsächlich erfolgen, wie ein Kreissprecher sagte.

Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) beklagte: «Das Impftempo verlangsamt sich immer weiter, weil wir in der Priorität eins nicht genügend Impfwillige unter 65 Jahren finden. Wir erwarten jetzt eine schnelle Entscheidung des Landes, um mit den Impfungen in der nächsten Prioritätsstufe starten zu können.» Neben der Impfreihenfolge müsse auch das Impftempo im Blick behalten werden. «Jeder Geimpfte trägt zum Schutz der Gemeinschaft bei.»

Eine Sprecherin von Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sagte am Montag: «Wenn diese Gruppe durchgeimpft ist, wird ein Übergang in die Prioritätsgruppe zwei erfolgen.» Dies soll nach bisherigen Aussagen «im März» sein. Genauer wurde die Sprecherin nicht.

Die Lehrer- und Erzieher-Gewerkschaft GEW ist damit nicht zufrieden. «Vor dem Hintergrund der Fälle von mehreren von der Mutation betroffenen Kitas im Landkreis Ludwigslust-Parchim drängt aus Sicht der GEW MV die Frage nach einer Impfstrategie für das Personal in Kitas und Schulen umso mehr. Aus unserer Sicht sollten keine Impftermine verfallen.» Eugen Brysch vom Vorstand der Stiftung Patientenschutz berichtete von verzweifelten Anrufen pflegender Angehöriger in MV, die dringend auf eine Impfung warteten. Sie sind Gruppe zwei zugeordnet.

Die Linke im Landtag attackierte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) wegen dessen Impfmanagement. «Laut Robert Koch-Institut befinden sich in MV aktuell 38 000 Impfdosen auf Lager - das entspricht mehreren Wochenrationen», sagte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Die Impfstrategie müsse dringend flexibler werden. «Rasch und auf kurzem Wege muss es möglich sein, etwa Kita-Erzieherinnen und -Erzieher, Verkäuferinnen und Verkäufer sowie Grundschullehrkräfte zu impfen. Wenn Impfen der Hauptweg aus der Pandemie ist, dann muss das viel schneller gehen.»

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