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Attacke auf Zuwanderer: Haftstrafe gegen einen Schläger

02.07.2019 - Im April 2018 werden zwei Asylbewerber in Friedland geschlagen. Der Vorfall sorgt bundesweit für Schlagzeilen, auch weil es erst heißt, auf die Ausländer seien Hunde gehetzt worden. Nun erhielt ein Täter eine Freiheitsstrafe.

  • Ein Fotograf vor dem Bild der Justitia. Foto: Friso Gentsch/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Fotograf vor dem Bild der Justitia. Foto: Friso Gentsch/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neubrandenburg (dpa/mv) - Nach einer Gewaltattacke auf zwei Asylbewerber in Friedland bei Neubrandenburg im vergangenen Jahr ist einer der Täter zu acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Neubrandenburg sprach den geständigen 31-Jährigen der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Ein Motiv für die Schläge gegen die Zuwanderer aus Eritrea sei auch Fremdenfeindlichkeit gewesen, sagte Richterin Tanja Krüske. «Sie haben sich aber spontan von Anderen dazu hinreißen lassen», sagte die Richterin. Eine Bewährung sei angesichts mehrerer Vorstrafen des Anklamers nicht möglich.

Der Verurteilte hat zahlreiche Tätowierungen, darunter auch Hakenkreuze im Gesicht. Diese muss er - gerichtlich festgelegt - abdecken, entfernen oder übertätowieren lassen. Das Verfahren gegen den zweiten Angeklagten, der als Haupttäter gilt, wurde kurz vor Ende abgetrennt.

Der Verurteilte und der 22-Jährige gehörten zu einer sechsköpfigen Gruppe mit zwei Hunden, die sich im April 2018 am Naherholungsgebiet Mühlenteich in Friedland getroffen hatten. Dort wollten die beschäftigungslosen Frauen und Männer gemeinsam Alkohol trinken und «feiern», wie es von Beteiligten hieß. Als die beiden Asylbewerber auftauchten, waren die Hunde zu ihnen gelaufen. Dabei sollen jemand aus der Gruppe etwas gerufen haben, das die Zuwanderer nicht verstanden, aber als «Hetzen der Hunde auf sie» deuteten. Der Vorfall sorgte deshalb weit über den Nordosten hinaus für Schlagzeilen. Später konnte der Vorwurf, dass «Hunde auf Ausländer gehetzt wurden», durch Ermittlungen nicht erhärtet werden, hieß es von der Polizei.

Als die beiden Männer aus Eritrea dann wegfahren wollten, wurden sie vom 22-Jährigen und dem nun Verurteilten gestoppt, geschlagen, und ihre Räder wurden in einen Teich geworfen. Als Grund gaben Mitglieder der Gruppe an, dass ihnen von den «Ausländern» ein «Stinkefinger» gezeigt worden sein soll. Dem folgte das Gericht nicht. «Das Gesamtgeschehen damals ist beängstigend», sagte die Richterin. Für die Opfer, die leicht verletzt fliehen konnten und die Polizei alarmierten, seien die psychischen Auswirkungen größer als die körperlichen.

Der 31-Jährige soll zudem 500 Euro Schmerzensgeld an eines der Opfer zahlen, das vor Gericht als Nebenkläger auftrat. «Der Ärger war schmerzlicher als die Schmerzen», hatte der Afrikaner vor Gericht gesagt. Nach diesem Vorfall sei aber die Angst geblieben. Das zweite Opfer wurde inzwischen nach Norwegen, von wo aus er eingereist sein soll, abgeschoben.

Beim Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Thomas Schröder hatte in den Aussagen der Opfer Widersprüche gesehen und kein konkretes Strafmaß verlangt. Das Verfahren gegen den 22-Jährigen war zuvor abgetrennt worden, weil ein psychiatrisches Gutachten nötig sei. Der Beschuldigte, der vor Gericht schwieg, hat bereits zehn Vorstrafen und verbüßte zur Tatzeit eine kurz zuvor verhängte Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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