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Grundwasser-Qualität: Behörden warnen vor Verschlechterung

20.03.2019 - Die Belastungen kommen in MV hauptsächlich aus der Landwirtschaft, heißt es in einem aktuellen Bericht des Agrar- und Umweltministeriums. Die Experten fordern eine Trendwende.

  • Auf einem Feld wird Gülle verrieselt (verregnet). Foto: Patrick Pleul/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf einem Feld wird Gülle verrieselt (verregnet). Foto: Patrick Pleul/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Die Qualität des Grundwassers in Mecklenburg-Vorpommern wird den Behörden zufolge schlechter. Weder bei den Nitrat- und Sulfatbelastungen noch bei den Belastungen durch Pflanzenschutzmittel sei eine Trendwende festzustellen, heißt es in einem aktuellen Statusbericht des Agrar- und Umweltministeriums zum Grund- und Trinkwasser, den Minister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch in Schwerin vorgestellt hat.

Im Gegenteil: Es zeichne sich ab, dass die Befunde von Nitrat, Sulfat, Uran und Pflanzenschutzmitteln zunehmen und die vom Menschen gemachten Belastungen in größere Tiefen vordringen. Als Hauptursache machen die Experten die Landwirtschaft aus. «Bereits nach circa 60 Jahren zunehmend industrialisierter Landwirtschaft in M-V ist der obere ... Grundwasserleiter (Tiefen bis circa 15 Meter) aufgrund anthropogener Belastungen für Trinkwasserzwecke nur noch eingeschränkt beziehungsweise größtenteils nicht mehr geeignet.» Dem Bericht zufolge sind fast ein Fünftel der Grundwasserkörper in MV in der oberen Schicht nitratbelastet.

Trinkwasser wird deshalb inzwischen aus größeren Tiefen gewonnen - derzeit zapfen die Wasserwerke dem Bericht zufolge Schichten zwischen 20 und 100 Metern unter der Erde an. Die Experten warnen vor einem wachsenden Aufwand bei der Trinkwasseraufbereitung, sollten die Belastungen weiter voranschreiten. Dann wären zum Beispiel tiefere Brunnen nötig. Um langfristig eine Kostenexplosion zu vermeiden, müssten die Schadstoffeinträge in Boden und Gewässer reduziert werden, fordern sie.

Backhaus betonte: «Wasser ist und bleibt das wichtigste Lebensmittel.» Sein Schutz sei immens wichtig. In Mecklenburg-Vorpommern werde das Trinkwasser zu 85 Prozent aus Grundwasser gewonnen. Der Minister lobte das Netz von 333 Grundwasser-Messstellen im Land und stellte eine Möglichkeit vor, mit der sich Bürger über die Grundwasserqualität vor ihrer eigenen Haustür informieren können.

Auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt, Natur und Geologie (LUNG) gebe es jetzt Steckbriefe für alle Messstellen, sagte Backhaus. Dort würden die Messwerte für einzelne Stoffe im Grundwasser genannt, etwa für Nitrat, Sulfat, Ammonium und Chlorid. Dem Statusbericht zufolge weist ein Viertel aller Grundwasserkörper im Nordosten Belastungen mit Ammonium auf, was zum Teil auf Düngung und den Einsatz von Gülle und Gärresten zurückgeführt wird.

Backhaus will die Landwirtschaft jedoch nicht unter Generalverdacht stellen, wie er betonte. Viele Landwirte seien bereits aktiv, um eine Auswaschung überschüssigen Stickstoffdüngers ins Grundwasser zu verhindern, zum Beispiel durch eine Winterbegrünung der Felder. Er forderte jedoch ein bundesweites, modernes Management für Düngung und Pflanzenschutz, wobei die Digitalisierung helfen werde. «Künftig sollte es so sein, dass für jedes einzelne Feld und später sogar für jede einzelne Pflanze der Dünge-Bedarf ermittelt und die Düngung entsprechend dosiert wird.»

Auf Druck der Europäischen Kommission - wegen der Belastung des Grundwassers - arbeitet die Bundesrepublik Deutschland derzeit an einer Neufassung der Düngeverordnung. Landwirten in Bereichen mit nitratbelastetem Grundwasser, sogenannten «roten Bereichen», drohen Reduzierungen beim Düngen mit Stickstoff.

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