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Bandenmäßiger Drogenhandel: Reiterhof-Familie vor Gericht

04.11.2019 - Es ist die zweite Runde im Strafverfahren um illegalen Drogenanbau auf einem Mecklenburger Reiterhof. Neben dem bereits einmal verurteilten Vater sitzen nun auch dessen Ehefrau und Tochter mit auf der Anklagebank. Der Prozess könnte zügig zu Ende gehen.

  • Das Gebäude des Landgerichts am Demmlerplatz. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Gebäude des Landgerichts am Demmlerplatz. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Wegen des Vorwurfs des bandenmäßigen Drogenhandels müssen sich seit Montag drei Mitglieder einer Familie vor dem Landgericht in Schwerin verantworten. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die 54 und 53 Jahre alten Eheleute und deren 34-jährige Tochter, zwischen 2013 und 2016 auf ihrem Reiterhof im Landkreis Ludwigslust-Parchim im großen Stil Cannabis angebaut und das daraus gewonnenen Marihuana verkauft zu haben. In diesem Zeitraum sollen sie für mindestens 140 Kilogramm Drogen etwa 597 000 Euro erhalten haben.

Die drei Angeklagten kündigten an, sich am nächsten Verhandlungstag zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Zuvor hatte ihnen das Gericht zugesichert, bei umfassenden und glaubhaften Geständnissen nicht über bestimmte Höchststrafen hinauszugehen. Demnach muss der Vater mit einer Haftstrafe von bis zu sechs Jahren und drei Monaten rechnen. Darin einbezogen wäre ein Urteil vom Dezember 2017. Damals war der Mann wegen ähnlicher Drogen-Delikte zu vier Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Die beiden Frauen könnten zu Bewährungsstrafen verurteilt werden. Dieser sogenannten Verständigung zu Beginn des Prozesses hatten sowohl die Verteidiger als auch der Anklagevertreter zugestimmt.

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge hatte die Familie über mehrere Jahre hinweg in einer abgedichteten Halle ihres Reiterhofes Cannabis angebaut. Das daraus gewonnene und kiloweise abgepackte Marihuana verkauften sie in den angeklagten 62 Fällen an einen Zwischenhändler. Pro Kilo kassierten sie laut Anklage zwischen 3500 und 4900 Euro.

Als der Vater in einem ersten Prozess 2017 verurteilt wurde, war auch der damals 29 Jahre alte Sohn der Familie mit angeklagt. Er war zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag (12. November) fortgesetzt. Dann wird auch mit Aussagen der drei Angeklagten gerechnet. Das Gericht hatte zunächst insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt. Bei umfassenden Geständnissen könnten die Urteile auch früher gesprochen werden.

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