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Bildungsministerin zuversichtlich für kommenden Schulstart

05.08.2019 - Am 12. August beginnt in Mecklenburg-Vorpommern das neue Schuljahr. Obwohl noch nicht alle offenen Lehrerstellen besetzt sind, rechnet Bildungsministerin Martin mit einem guten Schuljahresstart.

  • Eine Lehrerin steht in einem Klassenraum an einer Tafel und schreibt. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Lehrerin steht in einem Klassenraum an einer Tafel und schreibt. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern starten nach den Worten von Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) mit genügend Lehrern ins neue Schuljahr. Bislang seien mehr als 600 neue Pädagogen eingestellt worden und in der noch verbleibenden Woche werde es weitere Einstellungen geben. «Ich gehe davon aus, dass der Pflichtunterricht vom ersten Schultag an abgesichert ist», sagte Martin am Montag in Schwerin. In den Vorjahren hatten Eltern teilweise einen eher holprigen Schulstart wegen fehlender Pädagogen bemängelt.

Die Zahl der Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen werde gegenüber dem vorhergehenden Schuljahr um etwa 300 auf 11 800 steigen. Dies sei auch eine Reaktion auf die wachsende Schülerzahl, die bei der Bedarfsanalyse bereits «eingepreist» worden sei, sagte Martin. Zum Schulstart am 12. August werden an den 562 öffentlichen und freien allgemeinbildenden Schulen im Land insgesamt 151 600 Schüler erwartet, ein Plus von etwa 1300. Bereits am Samstag werden laut Ministerin rund 13 800 Kinder eingeschult und damit etwa so viele wie im Vorjahr.

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, zeigte sich skeptisch, dass zum Schulstart alle benötigten Lehrer gefunden sind. «Das Schuljahr 2018/2019 endete mit 200 nicht besetzten Lehrerstellen. Und für das beginnende Schuljahr sind derzeit 138 Stellen überhaupt nicht besetzt», konstatierte die Oppositionspolitikerin. Die Rahmenpläne könnten nur umgesetzt werden, wenn alle dafür erforderlichen Lehrkräfte vorhanden seien.

Martin räumte ein, dass die Gewinnung von Lehrern eine fortwährende Herausforderung sei, da auch die anderen Bundesländer wachsenden Bedarf hätten. «Wir stehen in einem harten Wettbewerb», konstatierte die Ministerin, zeigte sich aber zuversichtlich, dass Mecklenburg-Vorpommern unter anderem mit der Verbeamtung junger Lehrer und der bevorstehenden Aufstockung der Gehälter für Grundschullehrer durchaus konkurrenzfähig sei. Für das nun beginnende Schuljahr habe es Bewerbungen aus 14 Bundesländern gegeben.

Unter den Neueinstellungen seien auch rund 200 sogenannte Seiteneinsteiger. Im Gegensatz zum Vorjahr habe die Hälfte davon schon in den Sommerferien einen fünfwöchigen Kompaktkurs Pädagogik absolviert. Im Schuljahr 2018/91 hatten diese Kurse erst nach dem Schulstart begonnen, was zu Problemen bei der Unterrichtsversorgung geführt hatte. Martin kündigte eine regelmäßige, berufsbegleitende Qualifizierung der Seiteneinsteiger an, die bislang etwa zehn Prozent aller Lehrer im Land ausmachten.

Martin verwies auch auf inhaltliche Änderungen an den Schulen. So werde mit dem neuen Schuljahr das Unterrichtsfach Informatik und Medienbildung eingeführt. Ab Jahrgangsstufe 5 stehe wöchentlich eine Stunde auf dem Stundenplan. Im Unterricht sollten nicht nur Grundzüge der Programmierung vermittelt werden, sondern auch Informationen zur bewussten Mediennutzung und zum Datenschutz. Abiturienten müssen sich vom neuen Schuljahr an für jeweils zwei Leistungskurse entscheiden, in denen sie fünf Stunden pro Woche unterrichtet und am Ende auch geprüft werden. 2021 werde es erstmals Abiturprüfungen nach dem neuen Modell geben, sagte Martin. Zudem sei es das Ziel den Ausbau von Ganztagsschulen und ganztägig arbeitenden Grundschulen weiter voranzutreiben.

Martin ging auch auf die jüngste Kritik zur Entlassung von Lehrern über die Zeit der Sommerferien ein. In Mecklenburg-Vorpommern erhalte jeder Lehrer, auch ein Vertretungslehrer, einen unbefristeten Vertrag. Befristete Verträge, die häufig zum Ende eines Schuljahres ausliefen, würden nur auf besonderen Wunsch der Betroffenen oder mit altersbedingt schon ausgeschiedenen Pädagogen geschlossen, die für eine bestimmte Zeit in den aktiven Dienst zurückkehrten, um Lücken zu schließen. Zahlen nannte Martin nicht.

Einem Bericht des «Nordkuriers» (Montag) zufolge könnten in diesem Sommer im Land die Verträge von etwa 200 Pädagogen ausgelaufen sein. «Arbeitslose und befristet eingestellte Lehrkräfte kann sich das Land angesichts des grassierenden Lehrkräftemangels nicht im Geringsten leisten», mahnte Oldenburg. Der Vorsitzende der Landtagsfraktion Freie Wähler/BMV, Bernhard Wildt, warnte davor, Lehrer aus Kostengründen «zur reinen Verfügungsmasse» zu degradieren.

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