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Brand bei Lübtheen weiter eingedämmt: Hoffnung für Alt Jabel

05.07.2019 - Sechs Tage nach Ausbruch des verheerenden Waldbrandes auf einem Truppenübungsplatz in Südwestmecklenburg ist noch ein Dorf vom Feuer bedroht. Doch auch für die rund 260 Einwohner von Alt Jabel, die das Dorf räumen mussten, zeichnet sich ein glückliches Ende ab.

  • Ein Feuerwehrauto der Bundeswehr spritzt Löschwasser in ein abgebranntes Waldstück mit Glutnestern. Foto: Jens Büttner © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Feuerwehrauto der Bundeswehr spritzt Löschwasser in ein abgebranntes Waldstück mit Glutnestern. Foto: Jens Büttner © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lübtheen (dpa/mv) - Der massive Einsatz von Löschtechnik hat den Waldbrand bei Lübtheen in Südwestmecklenburg weiter eingedämmt und die Hoffnung genährt, dass noch am Freitag mit Alt Jabel auch das letzte evakuierte Dorf wieder freigegeben werden kann. Bis zum Morgen sei es den Feuerwehren im Verein mit dem THW, der Bundespolizei und der Bundeswehr gelungen, das Feuer um Alt Jabel auf 500 Meter zurückzudrängen, sagte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Chef des Einsatzstabes, Stefan Sternberg (SPD) am Morgen. Wenn 1000 Meter erreicht seien, könnten die Bewohner zurückkehren.

«Ich möchte mit meinem Team sehr, sehr gern erreichen, dass wir den Alt Jabelern heute Abend möglichst mitteilen können, dass sie wieder nach Hause dürfen», betonte Sternberg. In die anderen drei evakuierten Orte am Rande des hochgradig mit Munition belasteten Truppenübungsplatzes hatten die Bewohner bereits am Mittwoch zurückkehren dürfen.

Der Brand war am Sonntag ausgebrochen und hatte sich bei großer Hitze, angetrieben von kräftigen Winden, rasch ausgebreitet. Laut Sternberg wurden von dem Feuer insgesamt 1200 Hektar Wald erfasst. Auf knapp der Hälfte dieser Fläche seien aktuell noch Glutnester und Flammen zu erkennen. Doch dehne sich das Feuer auch dank der von Räumpanzern der Bundeswehr um den Brandherd herum gezogenen Schneisen nicht mehr aus. Als Brandursache vermuten die Behörden vorsätzliche Brandstiftung und haben dazu auch Ermittlungen aufgenommen.

Die Zahl der Einsatzkräfte wurde laut Sternberg am sechsten Tag des Löscheinsatzes auf nun insgesamt gut 2000 zurückgefahren. Jeweils ein Viertel davon sei rund um die Uhr aktiv an der Brandbekämpfung und Sicherung der Orte beteiligt. Sternberg rechnet nach eigenen Worten damit, dass es noch Tage dauern wird, bis die Flammen gelöscht sind.

Der von ihm am Sonntag ausgerufene Katastrophenalarm werde daher aller Voraussicht nach auch über das Wochenende hinaus bestehen bleiben. Sternberg äußerte die Hoffnung, dass auch die Witterung endlich die Löscharbeiten mit Regen aktiv unterstützt. «Jeder Tropfen Wasser hilft dieser Region derzeit massiv», sagte er. Für Freitag und Samstag waren nach Tagen der Trockenheit Regenschauer vorhergesagt worden.

Als Reaktion auf den Waldbrand bei Lübtheen rüstet Mecklenburg-Vorpommern massiv bei der Brandbekämpfungstechnik auf. Das Land werde für die Landkreise acht Feuerlöschfahrzeuge erwerben, die speziell zur Bekämpfung von Waldbränden ausgerüstet sind, kündigte Innenstaatssekretär Thomas Lenz (CDU) an. Ein erstes, zusätzliches Fahrzeug werde innerhalb von 14 Tagen zur Verfügung stehen und in der Region Lübtheen stationiert.

Zudem machte Lenz deutlich, dass die Bemühungen intensiviert würden, munitionsbelastete Flächen im Land zu räumen und so wieder sicher zugänglich zu machen. Bei dem Waldgebiet nahe Groß Laasch (Landkreis Ludwigslust-Parchim), das im Sommer 2018 tagelang brannte, sei dies gelungen. Das etwa 25 Hektar große Waldstück sei nun geräumt. Die Kosten bezifferte Lenz mit 210 000 Euro.

Doch dämpfte er Hoffnungen, dass die Beräumung des großen Truppenübungsplatzes bei Lübtheen ebenso schnell möglich sei. Die Belastung mit Munition sei dort ungleich höher, die Fläche mit 6000 Hektar vielfach größer und damit auch die Kosten. Zunächst gehe es um Teilberäumungen, um die Sicherheit der Anwohner zu erhöhen. «Das ist möglich, sehr aufwändig, sehr kostenintensiv. Aber ich glaube, der Bund hat es jetzt eingesehen, dass er hier auch die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen muss», sagte Lenz.

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