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Bürgermeister: Hiddensee wegen Corona für Ausflügler sperren

31.03.2020 - Der Bürgermeister der Insel Hiddensee möchte während der Corona-Krise den Ausflugsverkehr auf der Insel unterbinden. Durch eine Sperrung der Häfen wäre das leicht durchsetzbar. Im ersten Anlauf scheiterte er jedoch.

  • Spziergänger sind am Ostseestrand unterwegs. Foto: Bernd Wüstneck/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Spziergänger sind am Ostseestrand unterwegs. Foto: Bernd Wüstneck/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hiddensees Bürgermeister Thomas Gens will wegen des neuartigen Coronavirus die Insel für Besucher weitgehend sperren. «Wir wollen eine Nutzungseinschränkung für die Häfen», sagte Gens am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. In einem ersten Anlauf war er mit einer selbst erlassenen Anordnung gescheitert. Zuvor hatte die «Schweriner Volkszeitung» darüber berichtet. Am Dienstag bat er die Vorsteherin des Amtes West-Rügen, Sibylle Görs, um den Erlass einer entsprechenden Anordnung. Sie könne die notwendigen Schutzmaßnahmen treffen, soweit es zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich ist.

«Wir wollen uns keine Infektionsbrücken organisieren», sagte Gens. Auf der Insel lebten viele ältere Menschen. Aber es gebe nur einen Notarzt, der sieben Tage die Woche 24 Stunden im Dienst sei. Müsse er einen Kranken an Land begleiten, sei er drei Stunden weg. «Das kann intensivmedizinisch gefährlich werden», meinte Gens.  

Eine erste Anordnung des Bürgermeisters der Gemeinde Hiddensee vom 21. März hob der Landkreis Vorpommern-Rügen nach zwei Tagen auf. Das von Gens angerufene Verwaltungsgericht Greifswald gab dem Kreis Recht. Kreis-Sprecher Olaf Manzke begründete die Aufhebung damit, dass es eine Regelung für das gesamte Bundesland gebe. Demnach dürften sich Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns innerhalb des Landes frei bewegen. Werde erst eine Ausnahme zugelassen, würden andere Inseln und Bäder folgen. Zudem sei der Personenverkehr von und zur Insel gering. An einem Kontrolltag seien auf der Fähre zehn oder zwölf Passagiere gezählt worden, die hin und zurück gefahren seien.

Gens denkt jedoch schon an die bevorstehenden Ostertage mit einem möglicherweise größeren Besucheraufkommen. Zudem könnten Ausflügler mit dem eigenen Sportboot in den Häfen anlegen. Besitzer von Zweitwohnungen würden aus dem ganzen Bundesgebiet anreisen. Immer wieder würden Menschen mit Koffern von der Fähre kommen.

In dem Schreiben an die Amtsvorsteherin fordert Gens, Menschen wegen der Corona-Pandemie den Zutritt zu den Häfen Kloster, Vitte und Neuendorf zu verbieten. Ausnahmen sollten gelten für Personen mit Erstwohnsitz auf der Insel, für die medizinische Versorgung und die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs sowie für Verwandte und Ehe- oder Lebenspartner eines Hiddenseers. Auf der Fähre könne es unweigerlich zu «unberechenbaren Sozialkontakten» kommen, schrieb Gens. Denen könne die einheimische Bevölkerung nicht ausweichen.  

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