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Schwesig warnt vor Corona-Gipfel vor zu hohen Erwartungen

02.03.2021 - Die Corona-Inzidenzwerte gehen kaum zurück, eine Öffnungsperspektive für die Wirtschaft ist weiterhin nicht in Sicht. Entsprechend sind die Forderungen vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch deutlich.

  • Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vor dem Bund-Länder-Gipfel zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erneut klarere Öffnungsperspektiven gefordert, jedoch zeitgleich vor zu hohen Erwartungen gewarnt. «Nach vier Monaten Shutdown haben die Bürgerinnen und Bürger und vor allem die geschlossenen Bereiche völlig zurecht den Wunsch, die Erwartung, den dringenden Appell, die Dinge zu öffnen», sagte die Regierungschefin am Dienstag in Schwerin. Sie fügte direkt danach an, dass jedoch jedem klar sei, dass bei dieser Infektionslage nicht alles aufgemacht werden könne.

Die Wirtschaft untermauerte ihre Forderungen nach Öffnungen oder zumindest klaren Perspektiven. Ein Einkaufen nach Terminvergabe sei keine konkrete Öffnungsperspektive, sagte etwa Sven Müller, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände. Schwesig hatte diese Art des Einkaufens als Öffnungsperspektive für Geschäfte ins Spiel gebracht. Viele Läden im Nordosten sind wegen der Corona-Pandemie seit Monaten geschlossen. Weitere Wirtschaftsvertreter und Verbände drängten ebenfalls auf eine konkrete Öffnungsperspektive.

In den von Schließungen betroffenen Branchen arbeiteten viele Menschen in Teilzeit, was die finanzielle Situation angesichts von Kurzarbeit zunehmend erschwere, sagte Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord. Er warnte zugleich angesichts einer weiteren Infektionswelle vor zu großen Öffnungsschritten. «Gerade in der jetzigen Lage können und dürfen sich die Verantwortlichen in der Wirtschaft keine Corona-Müdigkeit leisten», so Schlüter. «Die Beschäftigten in den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kitas oder in den Gesundheitsämtern tun das auch nicht.»

Zumindest in kleinen Schritten geht es bei den Impfungen voran. Im Nordosten können künftig deutlich mehr Menschen als bisher eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Das Kabinett gab am Dienstag den Astrazeneca-Impfstoff für Menschen der Prioritätsgrupe 2 frei, wie Schwesig anschließend mitteilte.

Noch in dieser Woche kämen Impfteams der Landkreise in Kitas, Grund- und Förderschulen, um die Beschäftigten dort zu impfen, erklärte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). Nächste Woche könnten dann alle unter 65-Jährigen, die der Prioritätsgruppe zwei zugeordnet sind, über das landesweite Callcenter Impftermine vereinbaren. Zu dieser Gruppe gehören den Angaben zufolge unter anderem Haus- und Fachärzte und ihre Personal sowie chronisch Kranke. Das Personal im Callcenter soll dazu aufgestockt werden.

Die Nachfrage nach dem Astrazeneca-Impfstoff war in der Prioritätsgruppe 1 bei Pflegekräften bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Viele Impfdosen blieben liegen. Aus den Kommunen wurde daraufhin die Forderung laut, weiteren Gruppen eine Impfung zu ermöglichen. Minister Glawe erwartet in den nächsten Tagen weitere 30 000 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs in Mecklenburg-Vorpommern. Von Biontech-Pfizer würden im März 100 000 Dosen erwartet.

Im Nordosten wurden laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) bislang 130 948 Corona-Impfdosen verabreicht. 81 006 Menschen bekamen eine erste Impfung, 49 942 eine zweite.

Darüber hinaus plant das Land den Einsatz von zwei Millionen Corona-Selbsttests in Schulen und Kitas. Ab wann diese konkret zum Einsatz kommen, stand zunächst noch nicht fest. Glawe sagte, dass dies innerhalb von drei Wochen erfolgen solle. Kinder, Erzieher und Lehrer sollen sich dann mindestens einmal die Woche auf das Virus testen. Wer einen positiven Selbsttest habe, muss dann noch einen PCR-Test machen.

Die seit mehreren Wochen anhaltende Phase der kaum sinkenden Corona-Inzidenzwerte setzte sich auch am Dienstag fort. Die Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gingen nach Lagus-Angaben im Vergleich zum Vortag nur leicht um 1,2 auf nun 64,7 zurück. Vor einer Woche lag dieser Wert demnach bei landesweit 64,4.

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