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Busse bleiben im Depot: Fronten im Tarifstreit verhärtet

25.02.2020 - Viele Busse für den öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein stehen seit Dienstag im Depot: Verdi hat bis Freitag einen Warnstreik bei den privaten Busunternehmen ausgerufen. Die Fronten sind weiter verhärtet, die nächste Verhandlungsrunde droht zu platzen.

  • Im Busdepot der RSAG stehen Busse, Gewerkschaftsmitglieder mit Leibchen gehen über den Hof. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Im Busdepot der RSAG stehen Busse, Gewerkschaftsmitglieder mit Leibchen gehen über den Hof. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Ein viertägiger flächendeckender Warnstreik im privaten Busverkehr in Schleswig-Holstein legt seit Dienstag viele Buslinien des Nahverkehrs im ganzen Land lahm. «Kurz nach 3.00 Uhr sind die ersten Busfahrer in den Streik getreten», sagte Verdi-Streikführer Karl-Heinz Pliete. Der Aufruf zur Arbeitsniederlegung werde von den Beschäftigten gut befolgt. «Wir haben unser Ziel, den Busverkehr der privaten Busunternehmen flächendeckend massiv zu beeinträchtigen, erreicht.» Der Warnstreik werde bis einschließlich Freitag ohne Unterbrechung fortgesetzt.

Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen mit dem Omnibus Verband Nord (OVN), dem nach eigenen Angaben rund 90 private Busunternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg angehören.

Die Fronten im Tarifkonflikt haben sich weiter verhärtet: Die für Freitag angesetzte nächste Runde der Tarifverhandlungen droht zu platzen. «Wir werden nur verhandeln, wenn Verdi am Freitag den Warnstreik absagt», kündigte OVN-Geschäftsführer Joachim Schack am Dienstag in Kiel an. «Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, während Gespräche laufen.» Pliete konterte: «Ich kommentiere das nicht. Wir lassen uns unsere Streikstrategie nicht vom Arbeitgeberverband vorgeben.» Die Konsequenzen müsse der OVN tragen.

Rund 350 Beschäftigte von Busunternehmen aus ganz Schleswig-Holstein werden nach Angaben von Verdi am Mittwoch in Kiel demonstrieren und zur Geschäftsstelle des OVN ziehen.

Einen genauen Überblick, wie stark der private Busverkehr in Schleswig-Holstein tatsächlich bisher getroffen wurde, konnte Schack mangels Zahlen nicht liefern. OVN-Unternehmen decken in vielen Kommunen und Kreisen den Schülerverkehr und den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) im Auftrag der öffentlichen Träger ab.

Es gebe eine ganze Reihe Auftragsunternehmen, deren Fahrer führen, sagte Schack. Gleichwohl werde eine ganze Reihe von Busunternehmen bestreikt. Dies gelte etwa für die landesweit tätige Autokraft und die Verkehrsbetriebe Rohde, die in mehreren Regionen Buslinien bedienen. Schack riet Eltern von Schülern und Berufstätigen, die mit dem Bus zur Schule beziehungsweise Arbeit fahren, sich bei den jeweiligen Busunternehmen direkt zu informieren, ob die Hin - und die Rückfahrt gewährleistet sei.

Die Auswirkungen können regional sehr unterschiedlich sein. So ist der Teil des Busverkehrs in den kreisfreien Städten, den städtische Verkehrsbetriebe bedienen, nicht betroffen. Im Kreis Nordfriesland fiel dagegen der gesamte Linien- und Schülerverkehr aus. Und in Ahrensburg seien alle Busse der Ahrensburger Busgesellschaft ausgefallen, sagte Pliete.

Verdi ist das bisherige Angebot des OVN nicht hinreichend: Der OVN bietet an, rückwirkend vom 1. Januar 2020 bis zum 1. November 2021 die Löhne um insgesamt 200 Euro in vier Schritten zu erhöhen. Verdi fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,00 Euro pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar. Schack betonte, der OVN habe bereits drei mal sein Angebot erhöht. Das auf dem Tisch liegende Angebot sei bereits in einem Bereich, der nicht mehr refinanzierbar sei, da die Leistungen der Kommunen an die Busunternehmen vertraglich gedeckelt seien - meist etwa in Höhe der Inflationsrate.

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