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DGB-Chef Hoffmann: Tarifflucht setzt auch Westen unter Druck

24.08.2019 - Schwerin (dpa/mv) - Der DGB-Bundesvorsitzende Reiner Hoffmann hat die Erosion der Tarifverträge in Deutschland beklagt. Bis Anfang der 1990er Jahre seien in der alten Bundesrepublik gut drei Viertel aller Beschäftigten von Tarifverträgen erfasst gewesen, sagte Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin. «Heute sind es nur noch 57 Prozent.» In den neuen Ländern betrage die Tarifbindung sogar nur 44 Prozent.

  • Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, bei einem Pressegespräch. Foto: Paul Zinken/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, bei einem Pressegespräch. Foto: Paul Zinken/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Grund für das Absacken der Tarifbindung in Deutschland sei, dass westdeutsche Unternehmen nach der Wende im Osten unter der Maßgabe investiert hätten, dass ihre Tochterfirmen nicht dem Arbeitgeberverband beitreten. Damit waren sie nicht an Tarifverträge gebunden. «Dies war damit begründet worden, dass die Produktivität noch nicht hoch genug sei», sagte Hoffmann. Doch Produktivität könne sich nicht entwickeln, wenn nicht auch entsprechende Löhne gezahlt werden. Im Nachgang sei die Tariflandschaft auch im Westen unter Druck geraten.

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