Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Debatte um Schwierigkeitsgrad im Mathe-Abitur

06.05.2019 - Diese Rechnung wurde ohne die Schüler gemacht: Bundesweit regt sich massiver Protest gegen die Abiturprüfung im Fach Mathematik, die nach Ansicht vieler Betroffener zu schwierig war.

  • Abiturienten während einer Abiturprüfung. Foto: Armin Weigel/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Abiturienten während einer Abiturprüfung. Foto: Armin Weigel/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Der Protest gegen eine aus Schülersicht zu schwierige Abiturprüfung im Fach Mathematik zieht auch in Mecklenburg-Vorpommern weite Kreise. So schlossen sich bis Montag mehr als 3400 Unterstützer einer Online-Petition an. Darin wird Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) aufgefordert, den Bewertungsmaßstab herabzusetzen. Die Aufgaben seien sowohl auf grundlegendem als auch auf erhöhtem Anforderungsniveau zu schwer gewesen.

Das Mathematik Abitur 2019 sei in Schwierigkeit und Umfang nicht zu überbieten gewesen. «Selbst Mathematik-Lehrer beschwerten sich über die Wahl der Aufgaben», heißt es in der Begründung. Am vergangenen Freitag hatten laut Ministerium rund 5200 Schüler die Mathematik-Prüfung absolviert.

Ministeriumssprecher Henning Lipski kündigte eine Überprüfung der Beschwerden an. Zunächst gelte es festzustellen, ob sich die Klagen auf die einheitlichen oder auf die landesspezifischen Aufgaben beziehen. Auch in anderen Bundesländern, darunter Niedersachsen, Hamburg, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, hatten Schüler Petitionen gestartet und dafür bis Sonntagabend schon mehr als 60 000 Unterstützer gefunden.

«Wenn sich so viele beteiligen, dann lässt das schon aufhorchen», sagte Leo Radloff vom Landesschülerrat Mecklenburg-Vorpommern. Nach seinem Eindruck seien die Prüfungsaufgaben durchaus anspruchsvoll gewesen. Doch wolle die Schülervertretung die Aufgaben nun mit denen aus den Vorjahren vergleichen, um dann «eine fundierte Entscheidung» zu treffen. Radloff brachte zudem eine weitere Komponente in die Debatte: «Zu klären wäre auch, ob das Niveau zu hoch war oder die Vorbereitung auf die Prüfung unzureichend. Denn der Lehrermangel führt immer wieder zu Stundenausfall», sagte der Schülersprecher.

Jörg Seifert vom Philologenverband Mecklenburg-Vorpommern berichtete, dass die Formulierung einiger Prüfungsfragen vielfach für Verwirrung gesorgt habe. «Es ist nun Aufgabe des Bildungsministeriums herauszufinden, was der Grund dieser massiven Kritik ist», sagte der Vorsitzende des Verbands der Gymnasiallehrer. Nach seinen Angaben stammte nur ein relativ kleiner Teil der Aufgaben - und zwar die, die ohne Hilfsmittel zu lösen waren - aus dem gemeinsamen Pool der Länder.

Ein gemeinsamer Aufgabenpool stand den Ländern erstmals 2017 in Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch zur Verfügung. Die hohe Beteiligung an der Petition führte Seifert darauf zurück, dass sich auch Schüler anderer Klassenstufen beteiligten und der Zugang auch recht einfach sei. «Da wurde im Internet eine Welle losgetreten.»

Angesichts der Schülerproteste forderte auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) eine Überprüfung. «Man muss die Kritik ernst nehmen», sagte der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann in Berlin. Wenn sich herausstelle, dass die Kritik berechtigt sei, könne der Schlüssel bei den Bewertungen angepasst, die Prüfungen also weniger streng bewertet werden. Es könne aber auch Abhilfe geschaffen werden, indem Prüfungen neu abgelegt werden.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren