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Drei Jahre und drei Monate Haft für Messerattacke

08.01.2020 - Ein mit einem Messer bewaffneter Mann geht auf einen Kontrahenten los. Dieser schlägt ihn aber nieder. Das wäre noch von Notwehr gedeckt. Doch ein Schnitt in den Hals könne nicht mehr als Notwehr angesehen werden.

  • Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neubrandenburg (dpa/mv) - Für eine lebensgefährliche Messerattacke auf einen Kontrahenten hat das Landgericht Neubrandenburg einen 24-jährigen Mann zu drei Jahren und drei Monate Haft verurteilt. Der Neubrandenburger sei der gefährlichen Körperverletzung schuldig, sagte Richter Patrick Schwantes am Mittwoch. Die Verteidigung hatte Freispruch verlangt, da das 33-jährige Opfer den Angeklagten zuerst mit einem Messer angegriffen hatte. Er habe deshalb in Notwehr gehandelt. Diese Ansicht teilte das Gericht nicht.

Nach einem Streit im Juni habe der körperlich überlegene Angeklagte den 33-jährigen Kontrahenten zunächst niedergeschlagen. Als dieser am Boden lag, habe er ihm mit einem Messer die 17 Zentimeter lange Schnittwunde am Hals zugefügt. «Das war keine Notwehr mehr», sagte Schwantes. Der Fausthieb wäre noch von Notwehr gedeckt gewesen. Das Opfer überlebte den Vorfall knapp.

Beide Männer gehörten zu einer Gruppe. Der 33-Jährige hatte den fast zwei Meter großen Angeklagten schon am Nachmittag provoziert und war von diesem niedergeschlagen worden, wie der Richter feststellte. Danach sei der 33-Jährige nach Hause gegangen und später mit einem Messer bewaffnet zurückgekommen. «Wir sind überzeugt, der Mann war wieder auf Streit aus», erläuterte Schwantes. Ein Motiv könne Eifersucht gewesen sein. Der 24-Jährige habe den Streithahn dann noch einmal niedergeschlagen. «Wenn das Geschehen damit geendet hätte, säßen wir heute nicht hier», erklärte Schwantes. Nach der Tat, die er mit dem Messer des Kontrahenten ausführte, war der Mann geflüchtet und später bei einer Bekannten festgenommen worden.

Der Verurteilte hatte vor Gericht geschwiegen. Der Geschädigte hatte angegeben, sich wegen eines Cocktails aus Alkohol und Schmerzmitteln an nichts erinnern zu können.

«Letztlich hatten wir aber die Aussage eines zwölfjährigen Mädchens, die absolut glaubhaft war», sagte der Richter. Im Gegensatz dazu hatten etliche Bekannte des Verurteilten als Zeugen von Notwehr gesprochen. Sie hatten aber gleichzeitig angegeben, die eigentliche Bluttat gar nicht gesehen zu haben. Der Anwalt des Geschädigten sprach von «einem Zeugenkomplott», der Richter von «genug Lügen.» 

Mit dem Urteil blieb das Gericht unter der Forderung der Anklage, die viereinhalb Jahre Haft verlangt hatte. Vom anfänglichen Vorwurf des versuchten Totschlages war die Staatsanwaltschaft abgerückt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Haftbefehl gegen den Verurteilten bleibt gegen Auflagen ausgesetzt.

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