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Drese: 13 Prozent aller Menschen in MV mit Schwerbehinderung

10.07.2019 - Rund 13 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind schwerbehindert. Viele von ihnen können einer regulären Arbeit nachgehen. Andere brauchen Unterstützung. Dafür ist im Nordosten das Landesamt für Gesundheit und Soziales zuständig.

  • 13 Prozent aller Menschen in Mecklenburg-Vorpommern haben mit einer Schwerbehinderung umzugehen. Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    13 Prozent aller Menschen in Mecklenburg-Vorpommern haben mit einer Schwerbehinderung umzugehen. Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rostock (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern ist im vergangenen Jahr bei rund 49 000 Menschen eine Schwerbehinderung neu festgestellt worden. Das waren rund 1300 mehr als 2017. Damit lebten Ende 2018 etwa 216 000 Menschen mit einer Schwerbehinderung, wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Mittwoch in Rostock bei der Präsentation des Jahresberichts des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) sagte. Das entspreche einer Quote an der Gesamtbevölkerung von mehr als 13 Prozent, bundesweit liege der Anteil bei unter zehn Prozent. Über die Gründe, warum Mecklenburg-Vorpommern über diese vergleichsweise hohe Quote verfüge, gebe es keine Untersuchungen.

Zur Erklärung der hohen Zahlen sagte Lagus-Chef Heiko Will, dass beispielsweise eine Krebsdiagnose automatisch einen Grad der Behinderung von 50, was als schwerbehindert gilt, nach sich ziehe. Dies könne im Falle einer Heilung auch wieder entfallen. Auch eine Gehbehinderung, deren Ursache etwa die chronische Lungenkrankheit COPD sei, könne zu einer Schwerbehinderung führen. Grundsätzlich seien chronische Erkrankungen Hauptursache für eine Behinderung.

Gleichzeitig habe Mecklenburg-Vorpommern eine höhere Beschäftigungsquote von Behinderten als im bundesweiten Vergleich, sagte Drese. Die Quote liege im Nordosten bei 5,2, im Bund bei 4,6 Prozent. Die Quote in ihrem Ministerium betrage 14,2 und im Lagus, das für die Betreuung der Behinderten zuständig ist, 15,1 Prozent. Sie forderte die Arbeitgeber auch mit Blick auf den Fachkräftemangel auf, verstärkt Behinderte einzustellen. Die Ausstattung von behindertengerechten Arbeitsplätzen werde vom Lagus unterstützt.

Im Lagus mit seinen rund 470 Mitarbeitern laufen alle Informationen zu wichtigen Gesundheitsthemen, Arbeitsschutz, finanzielle Unterstützung wie Elterngeld oder Betreuung von Behinderten aus dem Land zusammen. «Im Lagus wurden 2018 weit über 600 Millionen Euro für die sozialen und gesundheitlichen Belange der Menschen in MV umgesetzt», sagte Drese.

Zum Aufgabengebiet des Lagus gehört auch die Beobachtung von Infektionskrankheiten. Da passiere im Grunde nicht viel, sagte Will. Ausschläge nach oben oder unten hingen meist mit der Zahl der Grippefälle zusammen. 2018 waren rund 11 700 Fälle registriert worden, mehr als drei Mal so viel wie im Jahr zuvor.

Darüber hinaus gebe es in der Statistik 2018 kaum Auffälligkeiten. So sei die Zahl der Infektionsfälle mit Vibrionen, das sind Bakterien im warmen Ostseewasser, mit 17 sehr hoch. Die Zahl sei statistisch zwar nicht relevant, könne aber dazu dienen, die Menschen - insbesondere Ärzte - problembewusst zu machen. «Besonders gefährdet sind wie immer die «Immunschwächlinge», also alle über 50 und Immunsupprimierte (Menschen mit einem schwachen Immunsystem) sowieso. Das muss ich einfach mal so sagen», erklärte der 56-jährige Amtschef.

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