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Drese für Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit

28.02.2021 - Ein Großteil der zusätzlichen Alltagslasten aus der Corona-Pandemie wird von Frauen getragen, ob in der Pflege oder der Kinderbetreuung. Der Landesfrauenrat will das Thema auch in den Landtagswahlkampf tragen.

  • Stefanie Drese (SPD), die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, im Landtag. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Stefanie Drese (SPD), die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, im Landtag. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hat in der Sorgearbeit ein fortwährendes Ungleichgewicht zwischen Männer und Frauen beklagt. In der Corona-Pandemie sei dies noch einmal besonders deutlich geworden. «Ohne das Engagement und die Arbeit von Frauen würden lebenswichtige Bereiche unserer Gesellschaft nicht funktionieren», sagte Drese am Samstag in einer Videobotschaft bei der Jahreskonferenz des Landesfrauenrats. Die systemrelevante Arbeit werde überwiegend von Frauen geleistet. «Frauen sind es auch, die verstärkt und zusätzlich unbezahlte Sorgearbeit übernehmen», sagte die SPD-Politikerin mit Blick auf die Fürsorge für Senioren und die Betreuung von Kindern.

Ulrike Bartel, die als Vorsitzende des Landesfrauenrats im Amt bestätigt wurde, verwies auf Berichte aus vielen der insgesamt 49 Frauenvereine und -organisationen im Land über hohe Belastungen im Alltag. «Wir spüren, dass die Belange von Frauen nicht genügend bei Entscheidungen mitgedacht werden. Das bestätigt uns in der Forderung: Mehr Frauen in politische Verantwortung - Parität jetzt!», erklärte Bartel. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl im September werde der Frauen-Dachverband einen Forderungskatalog an die Parteien für mehr Gleichstellung richten.

Drese kündigte an, als Vorsitzende der Konferenz der Gleichstellungsministerinnen und -minister der Länder die Stärkung der partnerschaftlichen Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zu einem Schwerpunktthema zu machen. «Hierzu wird es eine Reihe von Initiativen geben», sagte sie. Die Hauptkonferenz sei für den 23. und 24. Juni in Rostock vorgesehen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie dürfe nicht als alleiniges Frauenthema gesehen werden. Frauen und Männer, Unternehmen und Sozialpartner müssten gemeinsam nach Lösungen suchen. Bei der Verteilung von Erwerbs- und unbezahlter Sorgearbeit sei ein Perspektivwechsel notwendig, betonte Drese.

Der Linke-Landtagsabgeordnete Peter Ritter nahm den internationalen «Equal Care Day» am Montag zum Anlass, um ebenfalls eine gerechtere Lastenverteilung zu fordern: «Noch immer leisten Frauen den überwiegenden Teil der Sorgearbeit im Privaten, im Ehrenamt und auf dem Arbeitsmarkt. Und noch immer wird diese enorm wichtige Arbeit gering geschätzt und erhält viel zu wenig Anerkennung», konstatierte er. Politik, Wirtschaft und die ganze Gesellschaft müssten die Ungerechtigkeiten endlich wahrnehmen und diese beseitigen.

Ritter kündigte für die Landtagssitzung in der zweiten Märzwoche einen Antrag seiner Fraktion an, der auf bessere Arbeitsbedingungen, Löhne auf Tarifniveau sowie eine auskömmliche Personalausstattung unter anderem in den Pflege- und Erziehungsberufen ziele. «Geschlechtergerechtigkeit und eine deutlich bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben müssen gelebt und bis in die Privatwirtschaft hinein selbstverständlich werden», mahnte der Oppositionspolitiker.

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