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EWN beantragt Genehmigung für neue Castoren-Halle

29.05.2019 - Das Entsorgungswerk Nord hat den Bau eines Ersatzlagers für 74 Behälter mit hoch radioaktivem Abfall beantragt. Das jetzige Lager erfüllt nicht die künftigen Sicherheitsanforderungen, etwa im Fall eines Terroranschlags.

  • Ein Transportbehälter für radioaktives Material, aufgenommen im Zwischenlager eines Atomlager-Betreibers. Foto: Jens Büttner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Transportbehälter für radioaktives Material, aufgenommen im Zwischenlager eines Atomlager-Betreibers. Foto: Jens Büttner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lubmin (dpa/mv) - Das Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN) in Lubmin bei Greifswald muss aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen ein neues Zwischenlager für hoch radioaktiven Abfall bauen. Am Mittwoch sei nach mehrmonatiger Planung der Antrag auf die atomrechtliche Genehmigung für das Ersatzlager namens Estral gestellt worden, teilte das bundeseigene Unternehmen mit. In der neuen Halle sollen 74 Castor-Behälter mit Brennstäben aus den DDR-Kernkraftwerken Greifswald und Rheinsberg (Brandenburg) sowie aus einem Tochterunternehmen in Karlsruhe und dem Nuklearschiff «Otto Hahn» eingelagert werden. Die Castoren befinden sich in der Halle 8 im Zwischenlager Nord des EWN. Die Halle 8 steht nicht frei und kann laut Unternehmen nicht umbaut werden, um die Wände zu verstärken.

Der Antrag zum Neubau wurde beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) in Salzgitter gestellt. Das EWN rechnet mit einer Inbetriebnahme des neuen Lagers frühestens 2025. Nach der Erteilung der Baugenehmigung sei eine mindestens dreijährige Bauzeit nötig. Das Ersatzlager soll 135 Meter lang, 65 Meter breit und 25 Meter hoch werden. Die Außenwände werden 1,80 Meter stark sein. Jetzt sind es 70 Zentimeter.

Nach Angaben von Estral-Projektleiterin Iris Graffunder wird die neue Halle für die 74 Castorbehälter maßgeschneidert. Jetzt seien 80 Stellplätze genehmigt. Damit seien weitere Einlagerungen unmöglich. Die neue Halle werde bautechnisch auf 100 Jahre ausgelegt.

Grüne und die Umweltorganisation BUND kritisieren, dass in der Planung eine sogenannte heiße Zelle fehlt, in die defekte Castoren umgelagert werden können. In keinem der 16 Zwischenlager in Deutschland gebe es Möglichkeiten zur Reparatur schadhafter Transport- und Lagerbehälter. Nach Angaben von Geschäftsführer Henry Cordes ist eine solche heiße Zelle gesetzlich nicht gefordert.

Die anderen sieben Hallen des Zwischenlagers Nord beherbergen schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Die acht Hallen haben eine Fläche von rund 20 000 Quadratmeter. Im EWN arbeiten nach Unternehmensangaben rund 920 Beschäftigte, davon etwa 140 in Rheinsberg.

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