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Ehrenamtsstiftung: Vereine brauchen IT-Hilfe

23.01.2021 - Von der «Retter4U-App», über Chor bis zum Bürgerbus: Die neue Bundesstiftung für Engagement und Ehrenamt hat sehr schnell trotz Corona 23 Millionen Euro «angelegt». Ihr Fazit: Es gibt einen «Riesenbedarf» bei den Ehrenamtlichen. Der Bundestag hatte die Stiftung im Januar 2020 gegründet.

  • Katarina Peranic und Jan Holze, Vorstände der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Katarina Peranic und Jan Holze, Vorstände der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die neue Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt hat bereits digitale Technik, Ideen, Bildung und Qualifizierung mit rund 23 Millionen Euro gefördert. Ungeachtet der Corona-Pandemie gingen insgesamt 12 500 Anträge aus dem gesamten Bundesgebiet ein, nur 1868 Projekte konnten bewilligt werden, wie Vorstand Jan Holze der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es hätte das Zehnfache sein können, sagte Holze: «Es gibt einen Riesenbedarf.» Der Bundestag hatte die Gründung der Stiftung vor einem Jahr beschlossen.

Eine der Schlussfolgerungen aus den ersten Monaten, seitdem die Stiftung in Neustrelitz Mitte 2020 startete: Die Förderung der IT-Infrastruktur für Vereine und ehrenamtlich Engagierte sollte in Deutschland deutlich breiter in Angriff genommen werden, sagt Holze. «Wir dürfen nicht die einzigen sein, die Geld dafür ausgeben», erläuterte Holze. Private und öffentlich-rechtliche Förderer seien wichtig.

2021 stehen 30 Millionen Euro zur Verfügung, hieß es. So sollen vor allem die Nachwuchsförderung und eine umfassende Beratung der Engagierten ausgebaut werden. Beschlüsse zur Finanzierung konkreter Projekte stünden aber noch aus. Als besonders gelungenes Beispiel nannte Katarina Peranic als zweite Stiftungs-Vorständin den «Verstehbahnhof» in Fürstenberg in Brandenburg.

Ein alter Bahnhof sei dort zu einem Studio mit 3-D-Drucker umfunktioniert worden, in dem Kinder und Jugendlichen aus allen Schichten digitale Bildung nahegebracht wird. Zusammen mit Lehrern seien professionellen Lernvideos entstanden. «Wir müssen Digitalisierung nicht nur in Städten begreifbarer machen», sagte Holze.

Weitere gelungene Beispiele seien Tablets für Feuerwehr-Nachwuchs im bayerischen Kirchberg. Feuerwehren spielten in vielen Kommunen eine sehr wichtige Rolle für Kinder und Jugendliche. Die Stiftung habe zudem App-Entwicklungen gefördert, darunter die «Retter4U-App» des DRK Rheinhessen-Nahe sowie eine «Anpacker-App», bei der sich ehrenamtliche Helfer vernetzen können. Auch eine neue Webseite für die Blaskapelle Ebenhausen und das Projekt Kultainer - ein mobiles Medienstudio in ausrangierten Containern in der Region Landsberg am Lech - in Bayern wurden unterstützt.

Rund 11 500 Engagierte habe die Stiftung über neue «Digitalcamps» erreicht, berichtete Peranic. Bei solchen Qualifizierungsprogrammen über fünf Wochen sollen Kompetenzen aufgebaut werden. Es gehe darum, wie digitale Werkzeuge, sogenannte Tools, effektiv genutzt werden, und wie im virtuellen Raum moderiert wird. In Nordrhein-Westfalen habe man einem Kinder- und Jugendchor ermöglicht, Songs über digitale Formate einzusingen. «Hybride Konzertformate» zu entwickeln lautet ein Schwerpunkt der Stiftung. Dieser Chor hätte, wie andere Gesangsgruppen, wegen Corona-Problemen sonst gar nicht gemeinsam singen dürfen.

Als Beispiele nannte Holze auch einen virtuellen Rundgang durch das mittelalterliche Ukranenland Torgelow in Vorpommern und die Weiterentwicklung des Kulturspeichers Ueckermünde als Treff für ein Netzwerk ehrenamtlich engagierter Menschen. In seiner Struktur verfüge die Stiftung inzwischen über 20 Mitarbeiter, von denen einige in Neustrelitz arbeiten, ein Teil allerdings coronabedingt auch in Heimarbeit. Man suche weiter qualifizierte Mitarbeiter.

Die Stiftung soll Anlaufstelle für rund 30 Millionen Ehrenamtler in Deutschland sein, Modellprojekte fördern und Fortbildung anbieten. Die drei Bundesministerien für Familie, für Landwirtschaft und für Inneres stellten jeweils zehn Millionen Euro zur Verfügung.

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